Gerichtsreportage

Prozess um betrügerische Schlüsseldienste und lange Rohre

Zwei unbescholtene 23-Jährige müssen sich wegen gewerbsmäßigem schweren Betrugs verantworten, da sie Opfern überteuerte und unnötige Arbeiten in Rechnung stellten

Foto: imago images / Noah Wedel
Foto: imago images / Noah Wedel

Wien – "So deppad kau nur i sei", gibt sich die 77-jährige Frau M. selbst die Schuld daran, zum Betrugsopfer geworden zu sein. 1739,40 Euro hat sie gezahlt, um eine zugefallene Tür, in der innen der Schlüssel steckte, öffnen zu lassen. "Des woar firn Urlaub", verrät sie enttäuscht. Stefan Erdei, Vorsitzender des Schöffengerichts im Verfahren gegen zwei 23 Jahre alte Angeklagte, versichert der Dame, dass ihre Selbstkasteiung unnötig ist. "Da kann ich Sie beruhigen", sagt er der Pensionistin, "da gibt es viel mehr Opfer als Sie."