Hat der österreichischen Hauptstadt ein ganzes Album gewidmet: Andreas Dorau.
Andreas Dorau war eigentlich schon immer da. Er ist letztes Jahr 60 geworden, eine dieser eher schnöden Dekadenzahlen, schnöde, weil mit ihnen resignative Beruhigungssongs der Beatles (64) und Udo Jürgens (66) assoziiert werden. Für die Uneingeweihten kaum nachvollziehbar, für die Auskenner hingegen beruhigend und immer wieder überraschend ist die Präsenz und Persistenz Doraus, wodurch er über nicht wenig Jahrzehnte zu einer Art Haushaltsgegenstand wurde, einem unbeachteten, wiewohl geschätzten, eben was sein Name evoziert, ein Dorau, der nächste Schritt wäre ein Adjektiv wie kafkaesk und lynchesk. In einem Interview sagte der ähnlich solitäre Musiker Mark E. Smith, der immer "irgendwie" kaum wahrnehmbar unter allen wertschöpfenden Wahrnehmungsradaren dieser Welt sehr produktiv war, bis zu seinem Tod 2017, wie man ihn ratlos am Anfang seiner sogenannten Karriere einschätzte: "Der sieht aus wie zwölf, aber geht auf die 60 zu", Smith konstatierte: "Ich habe das nicht wirklich gespürt. Ich hätte gedacht, dass es lange dauert, bis ich erwachsen werde. Ich glaube, meine Stimme brach erst, als ich 26 war." Vermutlich hat er deswegen bis zu seinem Ende Lycrahemden und onkelhafte Pullunder getragen, um davon abzulenken.