Cambridge – Die Umsetzung der Idee, Schweine zu Organspendern für den Menschen zu machen, ist vergleichsweise alt. Doch nachdem etwa die Firma Novartis viel Forschungsgeld in erste Versuche gesteckt hat, die sich als erfolglos erwiesen, ist es um die sogenannte Xenotransplantation einige Jahre lang recht still geworden.

Als größtes Problem gilt bis heute die Übertragung von Pathogenen von Tier auf Mensch. Doch dieser Übertragung könnte man in den nächsten Jahren Herr werden, wie eine neue Studie im Fachblatt "Science" nahelegt.

Schweine ohne endogene Retroviren

Ein Team um Luhan Yang von der US-Firma eGenesis hat unter Beteiligung des Gentechnikpioniers George Church (Harvard und MIT) mit der Gen-Schere CRISPR/Cas9 nämlich Schweinzelllinien erzeugt, die frei von aktiven sogenannten endogenen Retroviren (PERVs) sind. Diese Pathogene gelten als besonders großes Hindernis für Organtransplantationen von Tier zu Mensch.

Aus diesen Zelllinien wurden insgesamt 37 Ferkel gezeugt, bei denen die PERVs inaktiviert waren. Die ältesten Tiere waren zum Zeitpunkt der Publikation vier Monate alt.

Das vielleicht größte Problem der Xenotransplantationen aber bleibt noch zu lösen: die Abstoßungsreaktionen. Deshalb gehen viele Forscher auch davon aus, dass Fortschritte bei der Herstellung künstlicher Organe eher zum Ziel führen könnten als gentechnisch modifizierte von Schweinen. (red, 13.8.2017)


Abstract
Science: "Inactivation of porcine endogenous retrovirus in pigs using CRISPR-Cas9"