Bei den Vorwahlen zur Parlamentswahl am Sonntag wurde Unidad Ciudadana (Bürgerliche Einheit), die neue Partei von Expräsidentin Cristina Fernández de Kirchner, in der Provinz Buenos Aires zweitstärkste Kraft.

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Buenos Aires – Argentiniens konservativer Präsident Mauricio Macri geht gestärkt aus den Vorwahlen zur bevorstehenden Parlamentswahl. Seine Koalition "Cambiemos" ("Lasst uns verändern") gewann am Sonntag (Ortszeit) in mehreren der größten Wahldistrikte des Landes, unter anderem in der Hauptstadt Buenos Aires.

Die frühere Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner legte mit ihrer neuen Partei "Unidad Ciudadana" (Bürgerliche Einheit) den Grundstein für ihr politisches Comeback als Oppositionsführerin. Die Abstimmungen galten als wichtiger Test für die Parlamentswahl im Oktober.

Als stärkste Kraft erwies sich die Koalition Macris, sie erhielt rund ein Drittel der abgegebenen Stimmen. Das Ergebnis der Vorwahlen zeige, dass seine Politik bei den Wählern gut angekommen sei, sagte Macri am Sonntagabend (Ortszeit) nach Bekanntgabe der ersten Ergebnisse.

Kirchner konzentrierte sich mit ihrer Kampagne auf die Provinz Buenos Aires, in der knapp 40 Prozent der argentinischen Wähler leben. Bei der Parlamentswahl will sie sich dort zur Senatorin wählen lassen. Nach Auszählung von 95 Prozent der Stimmen in dieser Provinz lagen "Cambiemos" und "Unidad Ciudadana" jeweils knapp über 34,1 Prozent.

Dass es so knapp werden würde, kam unerwartet für Kirchner. Die Provinz Buenos Aires gilt eigentlich als Hochburg des von ihr vertretenen Peronismus. Umfragen hatten ihrer Partei einen Sieg mit vier bis fünf Prozentpunkten Vorsprung prognostiziert. Sollte die Parlamentswahl im Oktober ähnlich ausfallen, dürfte der ehemaligen Staatschefin aber immerhin der angestrebte Einzug in den Senat gelingen. Nach dem argentinischen Wahlrecht gehen zwei der drei Senatorensitze jeder Provinz an die stimmenstärkste Partei, den dritten Sitz erhält die zweitstärkste Kraft.

Die Vorwahlen, bei denen Wahlpflicht für alle Bürger zwischen 18 und 70 Jahren herrschte, dienten zur Lichtung des Parteienspektrums. Nur Parteien und Wahlbündnisse, die mindestens 1,5 Prozent der Stimmen erhalten, dürfen an der Wahl am 22. Oktober teilnehmen. Dann werden die Hälfte der Abgeordneten und ein Drittel der Senatoren neu gewählt. Derzeit verfügt die Mitte-Rechts-Regierung von Präsident Macri über keine eigene Mehrheit im Kongress. (APA, 14.8.2017)