Werden viele Nutzer zum iPhone X (Mitte) greifen oder doch iPhone 8 (links) oder 8 Plus (rechts) bevorzugen?

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Apple hat am Dienstag mit dem iPhone X nicht nur das "Smartphone des nächsten Jahrzehnts" – so Apple-Chef Tim Cook; sondern auch einen regulären Nachfolger für das iPhone 7 präsentiert. Das 8er-Modell erscheint in einer Basis- und einer Plusvariante und soll in Österreich 799 Euro respektive 909 Euro kosten. Im Netz, also in sozialen Medien und in Techblogs, sind nun heftige Diskussionen über die Sinnhaftigkeit des iPhone 8 entbrannt. Will Apple Nutzern eine günstige Variante bieten? Oder ist es eine Form von Abzocke, ein zwar brandneues, aber doch auch innerhalb Apple niedriger geschätztes Gerät auf den Markt zu werfen?

Viele Gemeinsamkeiten

Um einer Antwort auf diese Frage näher zu kommen, lohnt sich ein Blick auf die Gemeinsamkeiten und Unterschiede von iPhone 8, iPhone 8 Plus und iPhone X – und deren Fortschritte im Vergleich zum iPhone 7. Alle drei Modelle verfügen über Apples neuen A11 Bionic-Prozessor, der hervorragende Resultate erzielen kann. Sie haben dieselbe Front- und Rückkamera, wenngleich 8 Plus und X eine duale Kamera aufweisen. Alle drei Modelle können schnell oder kabellos geladen werden, außerdem bestehen sie (auch deshalb) aus "robustem Glas".

Einige Unterschiede

Die Unterschiede: Das iPhone X ist Apples Zukunftsmodell. Es ist optisch ansprechender, da es ein fast rahmenloses 5,8 Zoll-Display aufweist. Der Oled-Bildschirm sieht besser aus als Displays bisheriger iPhones. Es gibt einen Gesichtsscanner, dadurch werden animierte Emojis ermöglicht. Die Kamera soll noch besser als beim iPhone 8 Plus sein. Der Verzicht auf einen Home-Button sorgt für ein neues Nutzungserlebnis bei iOS 11. Das iPhone 8 Plus hat im Gegenzug dazu altbewährtes Design und die längste Akkudauer der drei Modelle zu bieten.

Echtes Update

Erste Tester bezeugen dem iPhone 8 auch, ein wirkliches Update zum iPhone 7 zu sein. Vor allem der neue Prozessor, der etwa für AR-Anwendungen nützlich sein kann, rechtfertigt den Sprung. Das muss sich naturgemäß auch im Preis niederschlagen. Nun ist das iPhone 8 mit 799 Euro zwar deutlich günstiger als der iPhone X mit 1.149 Euro – dennoch bewegt sich schon das iPhone 8 in preistechnisch hohen Sphären. Sprich: Wer schon bereit ist, 800 Euro für ein Smartphone auszugeben, ist wohl auch eher bereit, mehr als 1.000 Euro zu zahlen – im Vergleich zu etwa jemandem, der seine Höchstgrenze ohnehin bei 500 Euro ansetzt. Vor allem beim stärkeren iPhone 8 Plus ist der Unterschied zum X noch geringer.

In den Debatten im Netz ist nicht einmal klar, ob Apples Schritt als risikoreich oder "auf Nummer Sicher" gehen zu werten ist. All jene, denen das iPhone X zu experimentell oder zu teuer ist, können auf das iPhone 8 zugreifen und irgendwie doch am Puls der Zeit sein. Will jeder das iPhone X, hat Apple nicht allzu viel verloren. Denn dann kann der Konzern von sehr guten Verkaufszahlen seines futuristischen Smartphones schwärmen und ein mögliches iPhone 8 (Plus)-Fiasko so ausblenden.

Nicht ganz so teuer?

Floppt das iPhone X, kann Apple wohl darauf zählen, dass zahlreiche Nutzer zum iPhone 8 greifen – und dies vielleicht als Sparmaßnahme begreifen. Man kauft sich zwar ein neues iPhone, hält sich aber insofern zurück, dass nicht zum allerteuersten Modell gegriffen wird. Es kann auch gut sein, dass Nutzer erst einmal abwarten, wie sich Facescanner und der fehlende Home Button in der Praxis auswirken.

Am 15. September konnte das iPhone 8 bereits vorbestellt werden. In wenigen Wochen wird also klar sein, wie groß das Interesse an diesem Modell ist. Das iPhone X kann hingegen erst Ende Oktober bestellt werden. Dann kommt ohnehin das wichtige Weihnachtsgeschäft und damit der Lackmustest für Apples Geräte. Spätestens im Frühjahr wird also klar sein, ob Apples Strategie floppt oder aufgeht. (fsc, 17.9.2017)