5.000 Tonnen des Kunststoffprodukts sind laut BASF noch nicht weiterverarbeitet.

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Der deutsche Chemiekonzern BASF hat 7.500 Tonnen des Kunststoffgrundprodukts Toluoldiisocyanat (TDI) hergestellt, die eine deutlich erhöhte Konzentration an Dichlorbenzol (DCB) aufwiesen. DCB kann Haut, Atemwege und Augen reizen und steht im Verdacht, Krebs zu verursachen. TDI ist ein Ausgangsstoff für den Kunststoff Polyurethan, der zur Herstellung von Matratzen und Autositzen verwendet wird.

Mindestens zwei Unternehmen in Österreich könnten den Stoff erhalten haben. Beim oberösterreichischen Polstermöbelhersteller Joka mit Sitz in Schwanenstadt ist TDI von BASF zum Einsatz gekommen. Das Unternehmen informiere derzeit seine Kunden und habe einen Liefer- und Produktionsstopp verhängt, hieß es in einer Presseaussendung. Zuvor hatte bereits die oststeirische Polstermöbelfabrik ADA in Anger bestätigt, dass man möglicherweise krebserregenden Schaumstoff aus Deutschland bezogen und verarbeitet habe.

Von den Schaumstoffen, die mit einem belasteten BASF-Kunststoffprodukt hergestellt wurden, geht nach Einschätzung des deutschen Unternehmens keine Gefahr für die Gesundheit aus. Das zeigten erste Untersuchungen an verunreinigten Schäumen und weitergehende Berechnungen, teilte BASF mit. Nach Angaben eines Sprechers lagen die in den Schäumen gemessenen DCB-Werte "deutlich" unter dem Referenzwert von einem ppm (parts per million – Anteile pro Million). Der Referenzwert sei der Wert, der auch normalerweise ausschlaggebend sei.

Gefährdung ausschließen

Von den 7.500 ausgelieferten Tonnen des mit Dichlorbenzol belasteten BASF-Kunststoffprodukts sind rund 5.000 Tonnen nach Unternehmensangaben noch nicht weiterverarbeitet. Sie würden von BASF zurückgeholt, teilte der Chemiekonzern mit. Bei bereits verarbeiteten Produkten stehe BASF in Kontakt mit den Kunden. Um eine Gefährdung auszuschließen, unterstütze ein Team von 75 Spezialisten die Abnehmer bei Tests zur Dichlorbenzol-Konzentration.

Der Chemiekonzern hatte zwischen dem 25. August und dem 29. September 7.500 Tonnen TDI hergestellt, die nach Unternehmensangaben eine deutlich erhöhte Konzentration an Dichlorbenzol aufwiesen. Nach Angaben einer BASF-Sprecherin hatte ein Kunde das Unternehmen auf die erhöhten Werte aufmerksam gemacht.

Nach Angaben der BASF ist die Belastung auf einen technischen Fehler in der Produktion zurückzuführen. Die Ursache werde derzeit beseitigt. BASF selbst mache normalerweise einmal im Monat eine Probe bei dem Kunststoffgrundprodukt TDI, so die Sprecherin. (APA, 13.10.2017)