Donald Trump

Foto: AP /Alex Brandon

Bilder eines Malers, tot oder lebendig, zu fälschen und als echt zu verkaufen ist natürlich verboten – siehe den Staudacher-Prozess in Linz. Nicht verboten hingegen ist es, sich ein falsches Bild an die Wand zu hängen und wider besseres Wissen zu behaupten, es sei echt.

Es mag unterschiedliche Motivationslagen für so etwas geben. Wenn es sich darum handelt, mit ein bisschen Schwindeln einer bescheidenen Stube Glanz zu verleihen – und die potenziellen Erben zu mehr freundlicher Aufmerksamkeit zu verleiten -, dann soll es uns recht sein. Aber der, von dem hier die Rede ist, gehört hingegen klar in eine andere Kategorie, nämlich die "Ich habe den Längeren und einen Renoir im Wohnzimmer".

Na wer schon? In "Vanity Fair" erzählt Trump-Biograf Tim O'Brian, wie das war, als er die Zwei Schwestern erstmals in einem Flugzeug des späteren US-Präsidenten hängen sah und dessen Behauptung bestritt, dass es ein Original sei: Das hänge nämlich im Art Institute of Chicago. Trump widersprach, O'Brian ließ das Thema fallen. Einen Tag später zeigt "The Donald" aufs Gemälde und sagt zu O'Brian: "Und das ist ein echter Renoir."

Das Museum in Chicago hat inzwischen bestätigt, dass das Bild, das jetzt im Trump-Tower hängt, nicht echt sein kann. Die ganze Geschichte ist banal und dumm und aufschlussreich. Es gibt für Donald Trump nur eine Instanz über Wahrheit und Lüge, und das ist er selbst.(Gudrun Harrer, 24.10.2017)