Berlin – Eine große Mehrheit der Deutschen ist einer Umfrage zufolge unzufrieden mit dem Ergebnis der Bundestagswahl vor einem Monat. Insgesamt hätten sich 62 Prozent einen anderen Wahlausgang gewünscht, wie aus einer Allensbach-Umfrage für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" hervorgeht.

Die Unzufriedenheit zieht sich demnach quer durch fast alle politischen Lager. Bei den Anhängern der Union sind es 57 Prozent, bei denen der SPD 77 Prozent, bei Wählern der Grünen 63 und bei denen der Linken 73 Prozent. Sogar von den Wählern der AfD, die erstmals in den Bundestag einzog, gaben 51 Prozent an, sie seien mit dem Wahlergebnis unzufrieden. Einzig bei den Anhängern der in den Bundestag zurückgekehrten FDP halten sich Zufriedenheit und Unzufriedenheit mit je 45 Prozent die Waage.

Auf die Frage, welches Regierungsbündnis sie wünschen, antworteten 43 Prozent der Befragten mit "Unentschieden" oder Ablehnung der beiden politisch denkbaren Koalitionen. Eine Jamaika-Koalition aus Union, Grünen und FDP wird von 35 Prozent gewünscht, eine Fortsetzung der großen Koalition von 22 Prozent. Falls die Verhandlungen über die Bildung eines Regierungsbündnisses scheitern, sind 46 Prozent der Deutschen für Neuwahlen. 44 Prozent sind dagegen. (Reuters, 24.10.2017)