Schwierigere Zeiten für Ralph Hasenhüttl.

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Wien – Nach der dritten Niederlage in acht Tagen trat die Delegation von RB Leipzig frustriert die verspätete Heimreise von einem erneut punktelosen Champions-League-Trip an. Als hätte das bittere 1:3 beim FC Porto am Mittwoch nicht gereicht, musste der Rückflug am Donnerstag auch noch um rund drei Stunden verschoben werden: Laut Reiseveranstalter war der Co-Pilot der Chartermaschine erkrankt.

Der Laune von Trainer Ralph Hasenhüttl dürfte die Planänderung kaum zuträglich gewesen sein. Er haderte mit den Unachtsamkeiten bei Standardsituationen, durch die seine Mannschaft das dringend nötige Remis gegen die Portugiesen verspielt hatte. "Das dürfen wir auf die Art und Weise nicht aus der Hand geben", sagte der 50-Jährige. Es sei Wahnsinn, dass sein Team nach all dem Aufwand nichts Zählbares mitnehme.

Starker Frust

Eine Woche nach dem Pokal-Aus gegen die Bayern im Elferschießen und vier Tage nach dem 0:2 in der Meisterschaft in München setzte die zweite Champions-League-Auswärtsniederlage ihm und seinen Spielern schwer zu. "Wir haben drei verdammt harte Spiele hinter uns. Momentan bekommen wir nicht das, was wir uns eigentlich verdient haben", sagte Hasenhüttl. "Drei Niederlagen in so kurzer Zeit sind nicht einfach, das tut weh", gab ÖFB-Teamspieler Marcel Sabitzer zu.

Sein Pass auf Timo Werner und das erste Tor des deutschen Nationalspielers seit über einem Monat hatte RB nach einem frühen 0:1-Rückstand zunächst wieder in eine sehr gute Ausgangsposition in Gruppe G gebracht. "Wir haben gezeigt, wie es geht, umso bitterer ist es, dass wir wieder in Rückstand geraten sind", sagte Hasenhüttl. Ein Tor, das für den Österreicher aus Abseitsposition erzielt wurde, und ein Treffer in der Nachspielzeit besiegelten die zweite CL-Niederlage des Vereins.

Die Konsequenz ist aus Leipziger Sicht bitter. In den letzten zwei Runden müssen drei Punkte auf Porto aufgeholt werden, weil der 27-fache portugiesische Meister auch das direkte Duell für sich entschieden hat. In drei Wochen geht es auswärts gegen Schlusslicht Monaco. "Vielleicht passt dann alles zusammen", meinte Hasenhüttl.

Starke Engländer

Währen die Leipziger noch um den Aufstieg bangen, lösten Manchester City und Tottenham das Achtelfinal-Ticket. Die Spurs qualifizierten sich mit einem beeindruckenden 3:1 im Wembley-Stadion gegen Titelverteidiger Real Madrid. "Wir gehören jetzt zu den besten Mannschaften Europas", jubelte Trainer Mauricio Pochettino.

Für die Madrilenen setzte es nach dem 1:2 am Sonntag bei Girona den nächsten Tiefschlag. Dennoch wollte Cristiano Ronaldo nichts von einer Krise hören. "Man kann nicht immer auf Top-Level spielen. Es gibt eben gute und schlechte Phasen", erklärte der Portugiese. "Wir könnten drei, vier oder fünf Spiele hintereinander verlieren, und ich würde trotzdem nicht glauben, dass wir in einer Krise sind. Entscheidend ist, was im Finish der Saison passiert." Der 32-Jährige erzielte immerhin das Ehrentor und hält damit bei 111 Champions-League-Treffern.

Auch Sergio Agüero stellte wieder seine Goalgetter-Qualitäten unter Beweis. Der Argentinier erzielte beim 4:2 von Manchester City bei Napoli sein 178. Pflichtspieltor für den Klub und ist damit alleiniger Rekordschütze. "Ich bin unglaublich glücklich, das ist ein einzigartiger Moment für mich", sagte der Stürmer. Trainer Josep Guardiola nannte ihn eine "echte Legende".

Starkes Napoli

Guardiola sprach aber der gesamten Mannschaft sein Lob aus: "Das war vielleicht der beste Gegner, auf den ich in meiner ganzen Karriere getroffen bin. Napoli hat uns in den ersten 20 Minuten massakriert, aber ich bin froh, wie meine Spieler reagiert haben."

City gewann als erster englischer Klub überhaupt in Napolis Stadio San Paolo und fügte dem in der Liga noch ungeschlagenen Serie-A-Spitzenreiter die erste Heimniederlage nach einem halben Jahr zu. Die Engländer halten seit der bisher letzten Pflichtspielniederlage im April bei 19 Siegen und drei Remis. "Wir haben der im Moment wahrscheinlich besten Mannschaft der Welt große Probleme bereitet", resümierte Napoli-Trainer Maurizio Sarri. (APA, 2.11.2017)