Jonathan Groff in "Mindhunter".

Foto: AP/Patrick Harbron

Die bei Netflix abrufbare Serie Mindhunter basiert auf dem gleichnamigen True-Crime-Sachbuchklassiker von John E. Douglas und Mark Olshaker, der den Untertitel Inside the FBI's Elite Serial Crime Unit trägt. Im Mittelpunkt der von David Fincher mitproduzierten Serie, bei der dieser teilweise auch Regie führte, stehen die ungleichen FBI-Agenten Holden Ford (Jonathan Groff) und Bill Tench (Holt McCallany).

Angesiedelt im Jahr 1977, beginnen sie halb offiziell und von ihren Vorgesetzten nur ungern geduldet, neben ihrer Tätigkeit als Polizeiausbildner verurteilte Serienmörder in US-Gefängnissen zu interviewen. Im Rahmen ihrer pädagogischen Tätigkeit haben sie Defizite bei der Erstellung von Täterprofilen festgestellt. Sie beschäftigen sich vor allem auch mit einer Frage: Was macht einen Menschen – in diesem Fall vorwiegend Männer – zum Täter? Und was hat deren Biografie damit zu tun, wenn man die unterstellte Veranlagung dazu einmal in den Hintergrund stellt?

Abgesehen von der derzeit schwer angesagten Verortung von Serienstoffen in den späten 1970er- und frühen 1980er-Jahren (Stranger Things, The Americans, The Deuce ...) und der Möglichkeit, relativ detailgetreu und billig seinen Ausstattungswahnsinn auszuleben, besticht Mindhunter in seinen zehn bis zu jeweils 60-minütigen Episoden weniger durch übliche Actioneinlagen. Mindhunter setzt auf genau beobachtete Dialoge – und ebenso starke weibliche Nebenfiguren, dargestellt von Hannah Gross und Anna Torv.

In der gegenwärtigen Freude über die zweite Staffel von Stranger Things oder die "Porno"-Serie The Deuce mag das zwar etwas untergehen, aber: gute Sache. (Christian Schachinger, 9.11.2017)

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Netflix