Facebook erhielt auf seinen Plan, Rachepornos zu bekämpfen, viel negatives Feedback – laut einigen IT-Experten zu Unrecht

Foto: AP/Berger

Facebook bittet Nutzer um deren Nacktfotos, um die Verbreitung von Rachepornos zu stoppen: Diese Neuigkeit sorgte in den vergangenen Tagen für heftige Aufregung. User empfanden es als grotesk, ihre eigenen Nacktbilder in die Hände von Facebook zu geben; Medien wie etwa Engadget sprachen von einem "bizarren Plan". Um der negativen Berichterstattung entgegenzutreten, veröffentlichte Facebook nun weitere Details zu seinem Mechanismus gegen Rachepornos.

Selbst Nacktfotos schicken

So können Nutzer nach wie vor einzelne Fotos melden, die gegen ihren Willen ins Netz gestellt wurden. Auch der "digitale Fingerabdruck" dieser Bilder wird gespeichert und zum Aufspüren anderer Uploads verwendet. Nutzer können nun in Australien jedoch auch proaktiv gegen Rachepornos vorgehen, indem sie selbst Fotos an Facebook übermitteln, deren Verbreitung sie befürchten.

Kooperation mit Behörden

Das läuft in Zusammenarbeit mit Australiens eSafety Commissioner's Office. Facebooks Idee entstammt also einer Kooperation mit offiziellen Behörden. Nutzer können beim eSafety Commissioner's Office eine Onlineform ausfüllen, daraufhin müssen sie eigene Nacktfotos an sich selbst schicken. Ein "speziell dafür ausgebildeter Facebook-Mitarbeiter" bearbeitet das Bild dann, um einen einzigartigen Fingerabdruck zu erstellen. Dieser wird dann genutzt, um Kopien des Fotos auf Facebook aufzustöbern.

Kaum Möglichkeiten

Die Welle an negativen Reaktionen gegen Facebooks Plan war selbst kritisiert worden. So stehen Opfer der Verbreitung ihrer Nacktfotos momentan meist machtlos gegenüber. Das soziale Netzwerk bietet mit der Übermittlung eigener Nacktfotos als erste Plattform eine Möglichkeit, präventiv gegen Rachepornos vorzugehen. (red, 10.11.2017)