Lewis Hamilton hat seinen Freitagsjob wunschgemäß erledigt.

Foto: REUTERS/Paulo Whitaker

Sao Paulo – Streckenrekord und Platz eins: Lewis Hamilton bleibt auch nach seinem WM-Triumph im Vollgas-Modus. Der Brite deklassierte am Freitag in seinem Silberpfeil die Konkurrenz im ersten Freien Training zum Grand Prix von Brasilien mit einer Zeit von 1:09,202 Min. Einzig sein finnischer Mercedes-Kollege Valtteri Bottas (+0,127 Sek.) konnte mit Hamilton einigermaßen mithalten, der Rest des Feldes verlor zumindest eine halbe Sekunde. Auch in der zweiten Session lautete das Ergebnis Hamilton vor Bottas.

Beim ersten Einfahren unter herrlichen, sommerlichen Bedingungen mit 26 Grad und Sonnenschein ließ die Sternenflotte keinen Zweifel daran aufkommen, dass sie den vierten Doppelerfolg in diesem Jahr anpeilt. "Es ist die beste Zeit, den Druck sogar zu erhöhen – eben, weil ich es kann", betonte Hamilton. Den vierten Titel machte der Engländer bereits vor knapp zwei Wochen in Mexiko perfekt, als ihm nach einer Kollision zu Beginn bereits Rang neun zur WM-Entscheidung genügte.

Nun peilt auf dem Kurs in Interlagos den bereits 63. Sieg seiner F1-Karriere an, könnte den Erfolg aber auch Bottas überlassen, der vor dem vorletzten Saisonlauf in der WM nur 15 Punkte hinter dem deutschen Ferrari-Star Sebastian Vettel auf Rang drei liegt. Sollte er darum gebeten werden, wird Hamilton sich deshalb in den Dienst des Finnen stellen, wie er bereits ankündigte. Sollte Bottas nach dem WM-Finale am 26. November in Abu Dhabi vor Vettel liegen, dann stellt Mercedes zum vierten Mal en suite den Weltmeister und den Vize.

Mit vier goldenen Sternen für seine Titel über der goldenen Startnummer 44 auf dem Helm drehte Hamilton am Freitag erstmals seine Runden. Und er kontrollierte das Geschehen auf dem Autodromo Jose Carlos Pace. Sein geschlagener WM-Rivale Vettel kam dagegen vorerst mit 0,782 Sekunden Rückstand nicht über Rang sechs hinaus. Unmittelbar davor lag das Red-Bull-Duo Max Verstappen (NED/0,548) und Daniel Ricciardo (AUS/0,626), dem auf den drittplatzierten Kimi Räikkönen (FIN/0,542) im zweiten Ferrari nicht einmal eine Zehntel fehlte.

Der Antriebsstrang von Renault bleibt weiter eine Schwachstelle. Am Red Bull des Australiers Ricciardo sowie den Toro-Rosso-Boliden des Neuseeländers Brendon Hartley und des Franzosen Pierre Gasly musste vor dem ersten Training der Generator für die Wärmeenergie ausgetauscht werden.

Alle drei Fahrer haben bei diesem Element die zulässige Anzahl überschritten und werden deshalb in der Startaufstellung für den vorletzten Saisonlauf des Jahres um zehn Plätze zurückversetzt. Gemäß Reglement dürfen pro Bauteil des Motors in der gesamten Saison nur vier Einheiten eingesetzt werden. (APA, 10.11.2017)

1. Session:

1. Lewis Hamilton (GBR) Mercedes 1:09,202 Min. – 2. Valtteri Bottas (FIN) Mercedes +0,127 Sek. – 3. Kimi Räikkönen (FIN) Ferrari 0,542 – 4. Max Verstappen (NED) Red Bull 0,548 – 5. Daniel Ricciardo (AUS) Red Bull 0,626 – 6. Sebastian Vettel (GER) Ferrari 0,782 – 7. Felipe Massa (BRA) Williams 0,900 – 8. Stoffel Vandoorne (BEL) McLaren 1,200 – 9. Esteban Ocon (FRA) Force India 1,252 – 10. Fernando Alonso (ESP) McLaren 1,274. Weiter: 19. Pierre Gasly (FRA) Toro Rosso 4,832 – 20. Brendon Hartley (NZL) Toro Rosso ohne Zeit

2. Session:

1. Lewis Hamilton (GBR) Mercedes 1:09,515 Min. – 2. Valtteri Bottas (FIN) Mercedes +0,048 Sek. – 3. Daniel Ricciardo (AUS) Red Bull 0,228 – 4. Sebastian Vettel (GER) Ferrari 0,360 – 5. Max Verstappen (NED) Red Bull 0,371 – 6. Kimi Räikkönen (FIN) Ferrari 0,602 – 7. Esteban Ocon (FRA) Force India 0,791 – 8. Felipe Massa (BRA) Williams 0,858 – 9. Nico Hülkenberg (GER) Renault 0,881 – 10. Fernando Alonso (ESP) McLaren 1,140. Weiter: 16. Pierre Gasly (FRA) Toro Rosso 1,907 – 17. Brendon Hartley (NZL) Toro Rosso 2,306