Ein Testspiel, ist ein Testspiel, ist ein Testspiel: England (Ruben Loftus-Cheek) und Deutschland (lkay Gündogan) neutralisierten sich.

Foto: reuters/mckay

London – Keinen Sieger und kein Tor gab es im Schlager zwischen England und Deutschland. Der Weltmeister war am Freitagabend beim Test im Londoner Wembley-Stadion vor 81.382 Zuschauern das etwas bessere Team, konnte daraus aber kein Kapital schlagen. Für die Mannschaft von Teamchef Joachim Löw war es die 20. Partie ohne Niederlage in Folge, in England ist sie seit 42 Jahren ohne Niederlage.

Löw probierte personell etwas aus, verhalf Marcel Halstenberg zum Debüt und Ilkay Gündogan nach langer Verletzungspause zum Comeback. Aufseiten der Engländer fehlten gleich sieben Stammkräfte, darunter Harry Kane, Dele Alli und Raheem Sterling. Trainer Trainer Gareth Southgate nominierte somit gleich drei Neulinge: Keeper Jordan Pickford, Ruben Loftus-Cheek im Mittelfeld und Tammy Abraham. Die englische Startelf brachte es insgesamt auf 101 Länderspiele, nur 15 mehr als Deutschlands Mesut Özil alleine. Bei der Premiere der neuen deutschen Heimtrikots von einem WM-Härtetest zu sprechen, fiel deshalb schwer, obwohl Manager Oliver Bierhoff kurz vor dem Anpfiff warnte: "England ist im Aufwind."

Beiden Teams war daher auch die fehlende Eingespieltheit anzumerken. Gemein hatten sie zudem die fehlende Effizienz vor der Pause. Die beste Chance fand Deutschland vor, Leroy Sane traf mit einem Schuss die Latte (20.). Der Ball prallte deutlich vor der Torlinie wieder auf – kein Fall also für den Video-Schiedsrichter, der erstmals bei dem Klassiker im Einsatz war. Drei Minuten später scheiterten Timo Werner, Sane und Julian Draxler innerhalb weniger Sekunden. Den Flachschuss des frei heranstürmenden Werner erwischte Pickford mit den Fingerspitzen. Die von Mats Hummels solide organisierte Abwehr bekam erste Schwierigkeiten mit einem Abraham-Schuss (42.) und zwei Gelegenheiten von Jamie Vardy (44./49.).

Nach dem Seitenwechsel gab es kaum mehr Highlights, gingen beide kein allzu großes Risiko ein. Im deutschen Spiel gab es einen Bruch. England war nun die bessere Mannschaft, ohne sich entscheidend durchsetzen zu können. Auf deutscher Seite lief offensiv nicht mehr viel zusammen.

Am Dienstag wartet auf die Deutschen in Köln mit Frankreich der nächste Test-Kracher. Da geht es auch um Revanche für das 0:2 im EM-Halbfinale 2016. Die Franzosen setzten sich am Freitag im Stade de France gegen Wales 2:0 durch. Antoine Griezmann (18.) und Olivier Giroud (71.) sorgten für die Entscheidung. Bei den Walisern fehlte Gareth Bale verletzungsbedingt. (APA, sid, red – 10.11. 2017)

Ergebnis:

England – Deutschland 0:0

England: Pickford/FC Everton (23 Jahre/1 Länderspiel) – Stones/Manchester City (23/21), Jones/Manchester United (25/24) ab 25. Gomez/FC Liverpool (20/1), Maguire/Leicester City (24/2) – Trippier/Tottenham Hotspur (27/3) ab 72. Bertrand/FC Southampton (28/18), Rose/Tottenham Hotspur (27/13) ab 71. Walker/Manchester City (27/31) – Dier/Tottenham Hotspur (23/33), Livermore/West Bromwich Albion (27/6) ab 86. Cork/FC Burnley (28/1), Loftus-Cheek/Crystal Palace (21/1) – Vardy/Leicester City (30/18), Abraham/Swansea City (20/1) ab 59. Rashford/Manchester United (20/14). – Trainer: Southgate

Deutschland: ter Stegen/FC Barcelona (25 Jahre/18 Länderspiele) – Ginter/Borussia Mönchengladbach (23/17), Hummels/Bayern München (28/61), Rüdiger/FC Chelsea (24/21) – Kimmich/Bayern München (22/25), Özil/FC Arsenal (29/87), Gündogan/Manchester City (27/21) ab 86. Rudy/Bayern München (27/23), Halstenberg/RB Leipzig (26/1) – Draxler/Paris St. Germain (24/39) ab 67. Can/FC Liverpool (23/19), Werner/RB Leipzig (21/9) ab 74. Wagner/1899 Hoffenheim (29/6), Sane/Manchester City (21/9) ab 86. Brandt/Bayer Leverkusen (21/13). – Trainer: Löw

Schiedsrichter: Pawel Raczkowski (Polen)

Zuschauer: 81.382

Erweiterte Statistik (Quelle: deltatre):

Torschüsse: 7:9

Corner: 6:5

Ballbesitz: 45:55 %

Zweikämpfe: 62:58