US-Justizminister Jeff Sessions sagte am Dienstag vor dem Justizausschuss des Abgeordnetenhauses aus.

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Washington – US-Justizminister Jeff Sessions hat erneut eine Aussage im Rahmen der Russland-Affäre geändert. Er erinnere sich nun doch an ein Treffen, bei dem der Berater George Papadopoulos über seine Verbindungen zur russischen Regierung gesprochen habe, sagte Sessions am Dienstag bei einer Anhörung vor dem Repräsentantenhaus. Allerdings wisse er nichts mehr über die Einzelheiten.

Der Sohn von US-Präsident Donald Trump soll fragwürdige Kontakte mit Wikileaks gehabt haben. Die Enthüllungsplattform hat während des US-Wahlkampfs Interna aus dem Clinton-Team veröffentlicht.
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"Ich erinnere mich jetzt an das Treffen im März 2016 im Trump Hotel, habe aber keine klare Erinnerung an die Details dieser Zusammenkunft", erklärte Sessions. An ein Detail erinnerte er sich allerdings: Er habe Papadopoulos die Idee eines Treffens mit Putin entschieden ausgeredet. "Ich habe gesagt: Das sollten Sie nicht weiterverfolgen. Also denke ich nicht, dass man mir etwas vorwerfen kann."

Zuvor hatte Sessions vor dem Kongress erklärt, sich nicht an das Treffen zu erinnern. Demokraten warfen ihm am Dienstag vor, unter Eid gelogen zu haben. Sessions wies dies scharf zurück. Ebenfalls nicht bestätigen kann der Minister, was der Trump-Berater Carter Page zuvor ausgesagt hat: dass Sessions ihm im Sommer 2016 von einer Reise nach Russland erzählt habe.

Nicht die erste Erinnerungslücke

Sessions war bereits Anfang des Jahres unter Druck geraten, nachdem er zunächst erklärt hatte, nichts über Kontakte des Wahlkampfteams des heutigen Präsidenten Donald Trump zu Russland zu wissen. Später änderte er auch diese Aussage. Sessions hatte konkret behauptet, sich nie mit russischen Vertretern getroffen zu haben, musste dann aber mehrere Unterhaltungen mit dem russischen Botschafter Sergej Kisljak eingestehen.

Am Dienstag sagte Sessions diesbezüglich in der Anhörung: "Die Frage in meiner damaligen Anhörung bezog sich darauf, ob ich jemals mit Russen über den Wahlkampf gesprochen habe, und das hatte ich nicht getan." Und: "Ich habe nie gesagt, niemals in meinem Leben irgendwelche Russen getroffen zu haben."

Die Demokraten haben Sessions' Rücktritt verlangt. Zu der Russland-Affäre laufen in den USA mehrere Ermittlungen. Die US-Geheimdienste werfen der Regierung in Moskau eine Einmischung in die letztjährige Präsidentenwahl vor. Russland weist dies zurück.

In derselben Causa ist am Montagabend auch bekannt geworden, dass Donald Trumps ältester Sohn während des Wahlkampfs Kontakt mit der Enthüllungsplattform Wikileaks hatte. (APA, Reuters, red, 15.11.2017)