Der 92 Meter lange Airlander 10 bei einem Testflug am 17. August 2016.
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London – Es gilt als größtes Luftfahrzeug der Welt, leicht zu handhaben ist das Ungetüm aber offenbar nicht: Am Samstag verunglückte der britische Airlander 10 nach einem erfolgreichen Testflug zum mittlerweile zweiten Mal binnen eineinhalb Jahren. Das Luftschiff riss sich am Flugplatz Cardington in Bedfordshire rund 80 Kilometer nördlich von London von seinem Haltemast los. Ein Sicherheitsmechanismus hat dann dafür gesorgt, dass die Hülle aufriss und sich entleerte.

Die Bilderserie zeigt den Airlander während seines Testflugs und nach dem Ablassen des Heliums.
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Eine Mitarbeiterin des Betreiber-Unternehmens wurde bei dem Zwischenfall leicht verletzt. Der Airlander 10 vom Hersteller Hybrid Air Vehicles (HAV) fliegt mit Hilfe von Helium. Er ist 92 Meter lang, 43,5 Meter breit und 26 Meter hoch. Das Luftschiff soll in über 6.000 Meter Höhe fliegen, erreicht eine Geschwindigkeit von 148 Kilometern pro Stunde und kann Lasten bis zu zehn Tonnen Gewicht transportieren. Das Fluggerät kann unbemannt mehr als zwei Wochen lang in der Luft bleiben, mit Besatzung etwa fünf Tage.

Nachdem sich der Airlander am Flugplatz Cardington losgerissen hatte, wurde das Helium freigesetzt und das Luftschiff stürzte ab.
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Riesenluftschiff landet beim zweiten Flug auf der Nase

Im August 2016 war der Airlander bei seinem zweiten Testflug in Südostengland unsanft auf der Nase gelandet. Auf Amateurvideoaufnahmen war zu sehen, wie der Riese auf dem Flughafen Cardington auf seinem Cockpit landete. Die Pilotenkanzel war dabei schwer beschädigt worden, verletzt wurde aber niemand.

Video: Beim ersten Crash am 24. August 2016 landete der Airlander auf der Nase.
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Ursprünglich war der Flieger, der wegen seines kurvigen Aussehens den Spitznamen "Fliegender Hintern" trägt, für die US-Armee als Überwachungsluftfahrzeug entwickelt worden. Das Projekt wurde nach Budgetkürzungen aber abgesetzt. Nach Angaben von HAV kann das Luftschiff auch zu kommerziellen Zwecken eingesetzt werden, etwa zum Transport von Fracht, aber auch von Passagieren. Die britische Regierung hatte die Entwicklung mit einem Kredit von 2,5 Millionen Pfund (2,91 Mio. Euro) unterstützt. (APA, red, 19.11.2017)