Maskierte Männer in Luhansk

Foto: REUTERS/Alexander Ermochenko

Kiew/Moskau – Der selbsternannte Präsident von Luhansk in der Ostukraine hat einen Putschversuch in der prorussischen Separatistenregion angeprangert. Regionalführer Igor Plotnizki beschuldigte seinen ehemaligen Innenminister Igor Kornet in einer Videobotschaft am Mittwoch eines "bewaffneten Versuchs zur Machtergreifung" und kündigte rechtliche Gegenmaßnahmen an.

Ein AFP-Reporter berichtete über mehrere gepanzerte Militärfahrzeuge vor dem Regierungssitz der selbsternannten "Republik Luhansk" und vor dem Haus des Innenministers.

Am Dienstag hatten hunderte bewaffnete Männer in Militäruniformen ohne Hoheitsabzeichen die Zufahrtsstraße zum Parlament und dem Regierungssitz der selbsternannten Republik abgeriegelt.

Der selbsternannte Präsident der Region Luhansk und sein früherer Innenminister hatten sich zuletzt einen Machtkampf geliefert. Am Montag hatte Regionalführer Plotnizki seinen Minister entlassen. Einen Tag später hatte Innenminister Kornet seine Entlassung über die Nachrichtenagentur der Separatisten dementiert. Der "Präsident" hatte ihm daraufhin vorgeworfen, sich an die Macht zu klammern und die Region damit zu destabilisieren.

Kreml-Sprecher Dmitri Peskow erklärte am Mittwoch in Moskau, Russland sei sich der Vorgänge in der Ostukraine bewusst. Er verweigerte zunächst jedoch jeglichen Kommentar.

Im Osten der Ukraine herrscht seit mehr als drei Jahren ein blutiger Konflikt zwischen ukrainischen Regierungstruppen und prorussischen Separatisten. Dabei wurden bisher mehr als 10.000 Menschen getötet. Die ukrainische Regierung, die EU und die USA werfen Russland vor, die Separatisten militärisch zu unterstützen. Moskau weist die Vorwürfe zurück. (APA, AFP, 22.11.2017)