Die meisten User nehmen das iPhone und seine Beschränkungen so hin, wie sie sind.

Foto: LUCAS JACKSON / REUTERS

In einen goldenen Käfig habe Apple seine User gesperrt: So lautet ein seit den Anfängen des iPhones häufig geäußerter Kritikpunkt. Immerhin sind die Nutzer von Haus aus auf den App Store des Unternehmens beschränkt, eine Möglichkeit Apps unabhängig von Apples direkter Kontrolle zu installieren gibt es – im Gegensatz zu Android – nicht. Ein Zustand, mit dem sich allerdings längst nicht alle iPhone-User zufrieden geben wollten, und aus dem der Begriff "Jailbreak" geboren wurde: Ein Hack mit dem das iPhone von seinen Fesseln befreit und alternative App Stores eingesetzt werden konnten.

Zeitenwandel

Doch die hohen Zeiten des Jailbreaks scheinen mittlerweile längst vorbei, wie Motherboard in einem aktuellen Artikel ausführt. Gehörte es früher fix zu jeder neuen iOS-Release dazu, dass nur wenige Tage später auch der passende Jailbreak veröffentlicht wurde, sucht man einen entsprechenden Hack für iOS 11 bis dato vergeblich – obwohl die aktuellste Version von Apples Betriebssystem bereits vor mehr als zwei Monaten veröffentlicht wurde.

Spurensuche

Die Ursache dafür ist recht simpler Natur: Apple hat in den letzten Jahren die Sicherheit seines Smartphones massiv verschärft. So wird es der Community immer schwerer bisher unbekannte Sicherheitslücken zu finden, mit denen sich auch wirklich all die Sperren von iOS aushebeln lassen. Zudem reagiert Apple mittlerweile recht flott mit Sicherheits-Updates auf bekannte Lücken, was unweigerlich zur Folge hat, dass Jailbreaker mit veralteten iOS-Versionen leben müssen – was auch aus einer Sicherheitsperspektive nur bedingt ratsam ist. All diese Komplikationen haben dazu geführt, dass mittlerweile immer weniger User einen Jailbreak durchführen.

Jailbreak-Anleitungen gab es in früheren Jahren zuhauf.
iDB

Aus für Stores

Dies macht sich auch bei einst so beliebten App Stores wie Cydia bemerkbar. Zwei der größten Repositories ziehen daraus nun die Konsequenz und beenden ihr Angebot. Während bei ModMyi "nur" keine neuen Apps mehr aufgenommen werden, hat ZodTTD & MacCiti bereits vergangene Woche den Betrieb gänzlich eingestellt.

Bei ModMyi macht man auch kein sonderliches Geheimnis aus den Gründen für diese Entscheidung: Nach zehn Jahren müsse man zur Kenntnis nehmen, dass die mit dem App Store erzielbaren Einnahmen längst nicht mehr ausreichen, um die "absurde hohen" Serverkosten, die so ein Dienst verschlingt, decken zu können.

Ein weiterer Grund für das Abflauen des Interesses mancher User dürfte aber auch sein, dass Jailbreaks früher dazu genutzt wurden, um Softwarebeschränkungen von iOS auszubessern. Hier hat Apple aber in den vergangenen Jahren vieles nachgeholt, was anfänglich fehlte, insofern ist wohl der Anreiz, für einige wenige Features sein System zu knacken, gesunken. (red, 25.11.2017)