Anton Schlecker wurde am Montag zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt. Seine Kinder wurden hingegen zu Haftstrafen verurteilt.

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München – Die Kinder des ehemaligen Drogeriekönigs Anton Schlecker wollen sich nicht mit den gegen sie verhängten Gefängnisstrafen abfinden. Lars und Meike Schlecker haben Revision gegen das Urteil im Prozess um die Pleite der Drogeriekette eingelegt, bestätigte ein Sprecher des Landgerichts Stuttgart am Dienstag. Damit geht der Prozess vor den deutschen Bundesgerichtshof, der das Urteil auf Verfahrensfehler prüfen muss.

Das Gericht hatte Lars und Meike Schlecker unter anderem wegen Bankrotts, Untreue und Insolvenzverschleppung zu Haftstrafen von 33 und 32 Monaten verurteilt. Sie hatten kurz vor dem Insolvenzantrag von Schlecker zusammen sieben Millionen Euro aus der Logistikfirma LDG herausgezogen, die die Transporte der Waren vom Zentrallager zu den Schlecker-Filialen abwickelte. Das Gericht hielt sie für die faktischen Geschäftsführer der LDG. Das Unternehmen war allerdings voll von der Drogeriekette ihres Vaters Anton abhängig, der laut Zeugenaussagen auch bei der LDG das Sagen hatte.

Anton Schlecker war am Montag zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt worden. Er hat ebenso wie die Staatsanwaltschaft, die ihn für drei Jahre im Gefängnis sehen wollte, noch bis kommenden Montag Zeit, Revision einzulegen. (APA, Reuters, dpa, 28.11.2017)