Rex Tillerson muss seinen Außenministerkollegen oft erklären, was Präsident Trump eigentlich sagen wollte.

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Mike Pompeo wird als Nachfolger gehandelt.

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Washington – US-Präsident Donald Trump erwägt Regierungskreisen zufolge die Entlassung seines Außenministers Rex Tillerson. Sollte ein entsprechender Plan des Präsidialamts umgesetzt werden, würde der frühere Chef des Ölkonzerns Exxon Mobil noch im Dezember oder Anfang 2018 von CIA-Direktor Mike Pompeo abgelöst, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag von hochrangigen Regierungsvertretern.

Der "New York Times" zufolge ist als Pompeos Nachfolger beim Auslandsgeheimdienst der republikanische Kongressabgeordnete Tom Cotton vorgesehen. Das Präsidialamt erklärte dazu am Donnerstagabend, Tillerson bleibe Außenminister. Es gebe derzeit keine Personalentscheidungen zu verkünden. Präsident Trump selbst wich der Frage aus: "Er ist hier. Rex ist hier", sagte er.

Verwirrung über Trumps Pläne

Auch Verteidigungsminister Jim Mattis wies Berichte über eine geplante Entlassung Tillersons zurück:. "Da ist nichts dran", sagte er am Donnerstag. Tillerson bleibe Außenminister, betonte auch eine Sprecherin des Präsidialamts. "Wenn der Präsident das Vertrauen in Personen verliert, bleiben sie nicht länger im Amt."

Unklar ist, ob Trump dem angeblichen Plan seines Stabschefs John Kelly zugestimmt hat. Ein Insider erklärte, Trump selbst habe den Auftrag dazu gegeben. Über Tillersons Abgang wird bereits seit Monaten spekuliert, als wichtigste Anwärterin auf die Nachfolge galt bisher die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley.

Immer wieder Konflikte mit Trump

Tillerson versuchte in den vergangenen Monaten mit begrenztem Erfolg, Trumps Politik mit dem Motto "Amerika zuerst" zu entschärfen. Mehrmals torpedierte der Staatschef öffentlich seine diplomatischen Bemühungen, etwa als Tillerson sich um Verhandlungen mit Nordkorea bemühte. Im Oktober bezeichnete er den Präsidenten laut Berichten als "Idioten", er selbst wies das zurück. Anfang November sagte Trump, er wisse nicht, ob er Tillerson für die gesamte Amtszeit auf dem Posten belassen werde.

Der designierte Nachfolger Pompeo war früher Kongressabgeordneter und steht seit Jänner an der Spitze der CIA. In dieser Funktion ist er zu einem der wichtigsten Trump-Berater in Sicherheitsfragen geworden. Sein möglicher Nachfolger in der CIA, der 40-jährige Cotton, stammt aus dem Südstaat Arkansas und ist ein loyaler Verbündeter Trumps. Er ist gegen das internationale Atomabkommen mit dem Iran.

Vertrauter: Tillerson wollte ein Jahr bleiben

Ein Vertrauter Tillersons erklärte, dessen eigener Plan sei ursprünglich gewesen, ein Jahr lang im Amt zu bleiben und dann einen Grund für die Ablösung zu finden. "Wer weiß, ob das noch aktuell ist?" Der Außenpolitiker Bob Corker sagte, er habe am Donnerstag mit Tillerson gesprochen. Demnach sind dem Minister keine Pläne für seine Entlassung bekannt.

Sollte Trump Tillerson entlassen, wäre es die wichtigste Personalie seit seinem Amtsantritt im Jänner. Trump hat aber schon hochrangige Vertreter seines Regierungsapparats gefeuert, darunter den Stabschef, den nationalen Sicherheitsberater und den FBI-Direktor. (Reuters, 30.11.2017)