CSU-Chef Horst Seehofer will die Koalitionsverhandlungen mit der SPD führen und nicht mit seinem Kontrahenten Markus Söder teilen.

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Berlin – CSU-Chef Horst Seehofer will die Zügel bei den Gesprächen mit der SPD über eine Große Koalition in Deutschland in der Hand behalten. "Der Parteichef führt die Verhandlungen, es geht da ja schließlich um die Bundespolitik der CSU", sagte Seehofer dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" laut Vorausbericht vom Freitag.

Damit stellte der noch amtierende bayerische Ministerpräsident dem Magazin zufolge klar, dass er sich die Verhandlungsführung nicht mit seinem designierten Nachfolger Markus Söder teilen will. Zugleich zeichnete Seehofer inhaltliche Punkte auf, die für ihn zwingend sind.

Absage für Bürgerversicherung

So solle es keinesfalls eine Bürgerversicherung geben. Bei diesem Thema gebe es viele Probleme, die ungelöst seien, sagte Seehofer. "Ich sehe nicht, wie man sie so umsetzen kann, dass sie nicht für große Ungerechtigkeiten sorgt." Auch dem Plan von SPD-Chef Martin Schulz, bis 2025 Vereinigte Staaten von Europa zu erreichen, erteilte Seehofer eine Absage. Das Vorhaben werde "sicher Utopie bleiben".

Nachdem der SPD-Parteitag am Donnerstag Grünes Licht für "ergebnisoffene" Gespräche gegeben hat, wollen die Partei- und Fraktionschefs von SPD, CDU und CSU am Mittwochabend zusammentreffen. Nach dem Scheitern einer möglichen Koalition aus Union, Grünen und FDP steht eine Wiederauflage einer Großen Koalition im Raum. Seehofer gibt sein Amt als Ministerpräsident von Bayern in den ersten Monaten des kommenden Jahres an Söder ab. Er bleibt aber Chef der CSU. (APA/Reuters, 8.12.2017)