Die Kaufkraft der Briten leidet unter der hohen Inflationsrate.

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London – Die Folgen des Brexits trüben die Kauflaune der Briten in der für den Handel wichtigen Weihnachtszeit. Am Montag vorgelegte Daten des Kreditkartenunternehmens Visa lassen darauf schließen, dass die Bürger erstmals seit 2012 weniger ausgeben dürften als im Vorjahr. Bislang liegen zwar nur die Zahlen für November und damit den ersten Monat der klassischen Weihnachtssaison vor: Doch das um Preisschwankungen bereinigte Minus von 0,9 Prozent im Vergleich zum November 2016 ist ein deutliches Zeichen, dass die Briten sparsamer geworden sind. So gaben sie weniger für Reisen aus. Kosmetikartikel waren hingegen stärker gefragt. Laut Visa dürfte es bei den Verbraucherausgaben auch für das Gesamtjahr einen Rückgang geben.

"Die Leute gönnen sich kleinere Freuden, während sie bei teureren Sachen den Gürtel enger schnallen", so Visa-Experte Mark Antipof. Rabattaktionen zum sogenannten Black Friday – einen Monat vor Heiligabend – hätten zwar dem Onlinehandel Auftrieb verliehen. Dies sei jedoch auf Kosten des stationären Handels gegangen. Die verhaltene Kauflust der Verbraucher zeigte sich auch im Oktober: Damals lagen die inflationsbereinigten Konsumausgaben laut Visa um 2,1 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats.

Im Zuge der Brexit-Entscheidung vom Sommer 2016 ist die Landeswährung Pfund auf Talfahrt gegangen, wodurch Importgüter teurer wurden. Damit ist die Inflationsrate auf zuletzt auf 3,0 Prozent nach oben geschnellt. Dies nagt an der Kaufkraft der Briten, weil das Lohnwachstum nicht Schritt hält. (Reuters, 11.12.2017)