Foto: AFP/Andersen

Berlin – Die große Mehrheit der Bundesbürger wünscht sich einer Umfrage zufolge zügige Gespräche über die Bildung einer großen Koalition. Wie die am Montag veröffentlichte Forsa-Erhebung für RTL und n-tv ergab, sind insgesamt 71 Prozent dafür. Bei den SPD-Wählern seien es 57 Prozent. Diese wollen demnach mit großer Mehrheit (81 Prozent), dass die Parteiführung hart mit CDU und CSU verhandelt.

Nur die Anhänger der Linken und der AfD lehnen eine große Koalition mehrheitlich ab. Zugleich befürwortet eine Mehrheit (62 Prozent), dass sich die SPD an der politischen Mitte orientieren solle. 30 Prozent sind der Umfrage zufolge dafür, dass sich die Sozialdemokraten ein linkes Image geben sollten.

Sache der Union

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil rechnet mit baldiger Klarheit darüber, ob Union und SPD bei der Bildung einer Regierung zusammenarbeiten. Wie schnell es gehen werde, sei in erster Linie Sache der Union, sagte Klingbeil am Montag in der ARD. Die SPD habe ihre Linie auf ihrem Parteitag klargemacht. Nun sei die Frage, was CDU und CSU wollten. Klingbeil bekräftigte, dass die Sozialdemokraten auf ergebnisoffenen Gesprächen beharren. Möglich seien eine Koalition, eine Minderheitsregierung oder Neuwahlen.

"Der Ball liegt jetzt erst einmal bei Frau Merkel", sagte Klingbeil. Inhaltlich wolle die SPD unter anderem über Investitionen ins Bildungssystem, über eine Neuaufstellung des Gesundheitssystems, vor allem aber auch über Europa sprechen. "Wir brauchen endlich eine Antwort auf Macron", forderte er mit Blick auf die Reformvorschläge des französischen Präsidenten.

SPD und Union wollen sich am Mittwoch treffen, um über eine Zusammenarbeit zu sprechen. Die CDU will am Montag ihre Verhandlungslinie festlegen. (Reuters, 11.12.2017)