Nichtraucher belohnen statt Raucher bestrafen will der CEO eines japanischen Unternehmens und gibt den Nichtrauchern deswegen sechs Tage mehr Urlaub.

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In einigen Unternehmen gibt es Belohnungen dafür, wenn Mitarbeiter nicht rauchen. In Japan gipfelte diese Anerkennung nun in sechs Tagen zusätzlichem bezahltem Urlaub. Dass das Unternehmen Piala Inc. sich in einem Hochhaus in Tokio befindet, ist ein Grund für den Unmut der nichtrauchenden Belegschaft: Durch den langen Weg hinunter dauerten die Rauchpausen ihrer Kollegen etwa 15 Minuten.

Vor einigen Monaten hat ein Mitarbeiter die Beschwerde in eine dafür vorgesehen Box geworfen, sagte ein Unternehmenssprecher zum "Telegraph". Der CEO habe umgehend reagiert und die sechs zusätzlichen Urlaubstage für Nichtraucher eingeführt. Er wolle die Raucher lieber durch Belohnungen als durch Strafen dazu animieren, aufzuhören. Vier Angestellte hätten dies bis dato geschafft.

Viele Raucher, wenig Urlaub

Japan hinkt beim Nichtraucherschutz anderen Industrieländern laut der Weltgesundheitsorganisation hinterher: 21,7 Prozent der Erwachsenen rauchen – bei den Männern sind es sogar 28 Prozent.

Seit es die Belohnung gibt, haben bereits 30 der 120 Angestellten zusätzliche Urlaubstage in Anspruch genommen. Generell bekommen japanische Angestellte nur zehn bezahlte Urlaubstage, ohne Anspruch auf bezahlte, arbeitsfreie Feiertage. Wer länger als eineinhalb Jahre bei einem Unternehmen ist, bekommt einen Extratag für jedes weitere Arbeitsjahr. Maximal können Japaner auf 20 Urlaubstage im Jahr kommen. (lhag, 11.12.2017)