Hohe Sicherheitsvorkehrungen nach dem Anschlagsversuch im New Yorker Untergrund.

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Washington/New York – Nach dem versuchten Terroranschlag nahe dem New Yorker Times Square suchen Ermittler nach dem Motiv des Täters. Der 27-Jährige hatte Montagfrüh zur Hauptverkehrszeit versucht, sich mit einer vermutlich selbstgebauten Rohrbombe in die Luft zu sprengen. US-Präsident Donald Trump geißelte indes das "laxe Einwanderungssystem" der USA.

Der Medienberichten zufolge aus Bangladesch stammende Mann sei "verärgert" gewesen und habe als Einzeltäter gehandelt, sagte New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo dem TV-Sender CNN. Er sei "nicht wirklich Teil eines anspruchsvollen Netzwerks gewesen", sagte Cuomo. "Anscheinend ist er ins Internet gegangen und hat Informationen heruntergeladen, wie man eine Bombe baut."

Berichten zufolge lebt der Mann seit 2011 in den USA und war am Ocean Parkway im Stadtteil Brooklyn zu Hause, wo viele Bangladescher leben. Zwischen 2012 und 2015 hatte er nach Angaben der New Yorker Verkehrsbehörde eine Fahrerlaubnis zur Personenbeförderung in der Stadt.

Der Anschlag ereignete sich in Manhattan in einem unterirdischen Verbindungstunnel zwischen dem Busbahnhof Port Authority – mit fast 70 Millionen Passagieren pro Jahr der meistfrequentierte Busbahnhof der Welt – und der U-Bahn-Station Times Square, der belebtesten in ganz New York. Der Verdächtige erlitt bei der Explosion Brand- und Schnittverletzungen an Händen und Oberkörper, wurde festgenommen und ins Krankenhaus gebracht. Drei Passanten wurden leicht verletzt.

"Amateurhaft zusammengebauter Sprengsatz"

Der Mann habe die vermutlich selbstgebaute Bombe am Körper getragen und bewusst gezündet, erklärte die Polizei. Es sei ein eher amateurhaft zusammengebauter Sprengsatz gewesen, sagte Gouverneur Cuomo. New York sei ein Symbol für Freiheit und Demokratie, betonte Cuomo. "Das macht uns zu einem Ziel, das ist die Realität New Yorks." Nur rund sechs Wochen zuvor hatte es in New York einen Terroranschlag mit einem Kleinwagen gegeben, bei dem acht Menschen getötet und elf verletzt wurden.

Trump will Todesstrafe

US-Präsident Donald Trump nutzte den Vorfall, um für eine härtere Einwanderungspolitik zu werben. Der Kongress müsse das "laxe Einwanderungssystem reformieren, das es viel zu vielen gefährlichen und unzureichend überprüften Menschen ermöglicht, in unser Land zu gelangen", sagte Trump wenige Stunden nach der Explosion in New York. Er verlangte, den Familiennachzug für Einwanderer abzuschaffen. Auch der mutmaßliche Attentäter habe von dieser Regelung profitiert, laut Medienberichten war er als Neffe eines US-Bürgers mit einem Visum aus Bangladesch eingereist. Zudem verlangte Trump mehr Personal für die Einwanderungsbehörden sowie möglichst harte Strafen für Terroristen – "bis hin zur Todesstrafe". (red, APA, 12.12.2017)