Unter den Topreisezielen für das kommende Jahr finden sich Klassiker wie Griechenland genauso wie Georgien oder Kolumbien, die es noch zu entdecken gilt. Flotter geht's 2018 nach Südafrika und Japan.

1. Griechenland war in diesem Sommer ganz eindeutig das meistgebuchte Reiseziel der Österreicher. Auch im Sommer 2018 wird sich daran wenig ändern, große Reiseveranstalter haben ihre Flugkapazitäten um 20 Prozent aufgestockt. Da stellt sich die Frage, wo im Land noch ein ruhiges Platzerl zu finden sein wird. Grundsätzlich gilt: Das gesamte Festland ist wenig besucht. Wer dennoch eine Insel bevorzugt, kann etwa auf Skopelos, einem der grünsten Eilande der Ägäis, vormittags Wanderungen durch dichte Pinienwälder unternehmen und nachmittags auf dem Sandstrand ausruhen. Dabei ist die perfekte Kombination aus Natur- und Badedestination sogar gut erreichbar: einfach den Flieger von Wien nach Skiathos nehmen und mit der Fähre übersetzen.

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2. Ägypten feiert heuer unter allen krisengebeutelten Reisezielen das beeindruckendste Comeback. Die Anzahl der Österreicher, die das Land 2015 besucht haben, hat sich im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt und könnte 2018 noch einmal um 100 Prozent vermehren. In absoluten Zahlen sind es dennoch wenige Menschen, die den Pyramiden von Gizeh oder den architektonischen Wunderwerken an den Nilufern einen Besuch abstatten. Wer diese noch nie erlebt hat, sollte das 2018 nachholen – und die aktuelle Sicherheitslage im Auge behalten.

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3. Südkorea ist im Februar 2018 Gastgeber der Olympischen Winterspiele in Pyeongchang. Großereignisse dieser Art sind der denkbar schlechteste Zeitpunkt für normale Reisende. Wie gut, dass der für Olympia gebaute Schnellzug von Seoul im Norden nach Busan im Süden auch danach noch da ist: Um Busan liegen einige der schönsten buddhistischen Klöster des Landes wie der Haedong Yonggungsa aus dem 14. Jahrhundert.

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4. Malta wird mit Valletta – neben den Niederlanden mit Leeuwarden – die Europäische Kulturhauptstadt 2018 stellen. Dabei dienen die barocke Saint John's Co-Cathedral und der Grand Harbour als herrliche Kulisse für Konzerte, zudem sind internationale Filmfestivals sowie eine Biennale für zeitgenössische Kunst geplant. Wer in Valletta im kommenden Jahr eine besondere Unterkunft sucht, sollte eines der zauberhaften Stadthäuser in Betracht ziehen: Viele davon werden gerade zu Boutiquehotels umgemodelt. Und wer sich normalerweise von anstrengenden Kulturreisen abschrecken lässt, sollte wissen: Der nächste Strand ist auf Malta und Gozo nie weit und an durchschnittlich 300 Sonnentagen benutzbar.

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5. Südafrika wird ab dem 27. Oktober 2018 zum ersten Mal direkt von Wien aus angeflogen. Austrian Airlines gibt eine geplante Flugzeit von nur elfeinhalb Stunden nach Kapstadt an – ein Novum für die Österreicher, die bisher im allerbesten Fall 14 Stunden mit Umsteigen unterwegs waren. Südafrika ist natürlich immer ein erstklassiges Ziel für Strände und Berge, Wildtiere und Wein, 2018 wird es zum 100. Geburtstag von Nelson Mandela aber auch ein umfassendes Kulturprogramm geben. Der aktuell günstige Wechselkurs sorgt überdies für ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis.

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6. Georgien hat sich zur 100-jährigen Unabhängigkeit im Jahr 2018 einen kleinen Investitionsschub verpasst. Bessere Straßen und Unterkünfte werden auch jene überzeugen, die bisher zu bequem waren, die spektakuläre Berglandschaft, orthodoxe Kirchen und mittelalterliche Klöster wie Tsminda Sameba im Kaukasus zu erkunden. Das Land hält auch ein Kuriosum für Reisende parat: Sie dürfen ohne Visum ein Jahr bleiben.

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7. Kolumbien wählt im Mai 2018 einen neuen Präsidenten. Der Ausgang der Wahlen wird darüber entscheiden, wie sich das Friedensabkommen mit den Farc-Rebellen entwickelt. Doch schon seit zwei Jahren herrschen relativ stabile Verhältnisse im Land, was unter Touristen einen wahren Run auf die karibischen Buchten, Städte wie Cartagena mit ihren kolonialen Prachtbauten oder Medellín ausgelöst hat. Letzteres gilt mittlerweile als eine der angesagtesten Metropolen in ganz Südamerika. Wer noch zu den Entdeckern gehören will, sollte bald aufbrechen.

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8. Japans Wirtschaft wächst wieder. Zu einem guten Teil ist dafür der Besucherboom verantwortlich, der seit drei Jahren anhält. Das Preisniveau ist aber noch immer entspannter als vor der Fukushima-Katastrophe im Jahr 2011. Wer sich also beispielsweise Kioto als kompaktes Kulturkonzentrat anschauen und Tokio noch leistbar erleben will, sollte dies rasch tun. Japan richtet 2019 die Rugby-WM aus und 2020 die Olympischen Spiele – was auch die Preise wieder steigen lässt. Praktisch: Der 2016 von Austrian Airlines gecancelte Direktflug nach Tokio wird am 15. Mai 2018 wieder aufgenommen.

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9. Albanien verfügt als letztes europäisches Land am Mittelmeer über eine rund 100 Kilometer lange Küste, die fast völlig unverbaut geblieben ist. Und tatsächlich lockt die albanische Riviera zwischen dem Llogara-Pass und den archäologischen Stätten des 3000 Jahre alten Butrint vermehrt auch österreichische Urlauber an, denen es in Kroatien oder Montenegro zu eng geworden ist. Empfehlenswerter als Hotels sind landesweit Ferienhäuser und -wohnungen, und seit hier auch Vermittler wie Airbnb aktiv sind, ist das Unterkunftsangebot – bei gleichbleibend niedrigen Preisen – enorm gewachsen. (Sascha Aumüller, 15.12.2017)

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