Ein Zwergameisenbär ungeklärter Spezieszuordnung (was auch für die weiter unten gezeigten Exemplare gilt).
Foto: APA/AFP/ERNESTO BENAVIDES

Brasilia – Beim Wort Ameisenbär denken die meisten unwillkürlich an eine bestimmte Spezies, nämlich den inklusive Schwanz an die zwei Meter langen und über 50 Kilogramm schweren Großen Ameisenbär (Myrmecophaga tridactyla). Tatsächlich gibt es mit dem Zwergameisenbär und den beiden ebenfalls eher kleinen Tamandua-Arten aber noch drei weitere Spezies – so dachte man zumindest bis jetzt.

Tatsächlich dürften es wohl deutlich mehr sein, berichten nun brasilianische Forscher im "Zoological Journal of the Linnean Society". Sie kommen nämlich zum Schluss, dass der Zwergameisenbär (Cyclopes didactylus) seinerseits in mindestens sieben verschiedene Spezies zerfällt. Ausschlaggebend dafür seien genetische Unterschiede; das Team um Flávia Miranda hatte über 280 Museumsexemplare von Zwergameisenbären untersucht und bei lebenden Tieren DNA-Proben entnommen.

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Der positive Aspekt an der Entdeckung: Die genetische Vielfalt von Zwergameisenbären ist höher als gedacht. Der negative: Wenn die vermeintlich einheitliche Population "des" Zwergameisenbären aus sieben verschiedenen Arten besteht, die sich nicht miteinander fortpflanzen, sehen die Bestandsgrößen dementsprechend kleiner aus.

Der Bedrohungsstatus konnte bislang nicht ermittelt werden, da man die Tiere selten zu Gesicht bekommt. Sie sind nachtaktiv und leben zumeist in unzugänglichen Regenwaldregionen auf Bäumen. Da jedoch immer mehr Urwald in Kulturflächen umgewandelt wird, ist von einer steigenden Gefährdung auszugehen. (red, 17. 12. 2017)

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