Im Wahlkampf bemühte sich Jones vor allem um die Stimmen der Schwarzen.

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Im Siegestaumel.

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Doug Jones ist hart im Nehmen und tut, was getan werden muss. Er selbst unterstreicht das gerne mit einer Geschichte über den jungen Jones: Es war in seinem ersten Jahr an der Universität von Alabama im Jahr 1973. Seine Noten waren Durchschnitt, seine Motivation auch. Da beschloss sein Vater, ihn mit dem echten, dem harten Leben zu konfrontieren, um seine Perspektive etwas zurechtzurücken. Er organisierte kurzerhand für seinen Sohn einen Job in einem Werk der United States Steel Corporation, bei der er selbst angestellt war.

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"Harter Schädel"

Der junge Doug arbeitete dort sechs Tage die Woche, als eines Tages die Schrottpresse, an der er zugange war, stecken blieb. Beim Versuch, mit bloßen Händen die Maschine wieder in Gang zu setzen, löste sich ein Stück Metall und traf ihn zwischen den Augen. "Ich hatte Glück, es hätte schlimmer ausgehen können", erinnerte sich Doug später. Er habe aber schon damals einen "höllisch harten Schädel" gehabt.

Menschen, die ihn kennen, unterschreiben das. Vor allem seine Zielstrebigkeit und Hartnäckigkeit zeichnen den im Mai 1954 in Fairfield geborenen Doug Jones aus, sagen sie. Diese Eigenschaften stellte er auch Ende der 90er-Jahre als Staatsanwalt unter Beweis, als der Fall eines Bombenanschlag des Ku-Klux-Klans auf eine Kirche in Birmingham aus dem Jahr 1963 wiederaufgerollt wurde. Die Behörden hatten in den 60ern trotz eindeutiger Indizien die Mehrfach-Täter-Theorie nicht weiterverfolgt und nach der Verurteilung eines Einzeltäters die Ermittlungen eingestellt. Dank der Arbeit von Jones wurden zwei weitere Männer angeklagt und wegen Mordes an vier Kirchgängern verurteilt. Auch deswegen ist Jones unter Afroamerikanern sehr beliebt. Neun von zehn wählten den Demokraten.

Erzkonservatives Alabama

2001 gab Jones den Posten des Staatsanwalts auf, um den republikanischen Kandidaten Jeff Sessions herauszufordern. Kurz vorher war der letzte Demokrat aus Alabama im Senat, Howell Heflin, in den Ruhestand getreten. Jones hatte nach seinem Jusstudium für ihn gearbeitet.

Wegen Geldmangels zog Jones im Wahlkampf 1997 allerdings seine Bewerbung zurück. Demokraten hatten damals im erzkonservativen Alabama, das auch die Wiege der Bürgerrechtsbewegung in den USA ist, wenige Chancen. Insgesamt war die Stimmung nach den Terroranschlägen von 9/11 eher konservativ-patriotisch.

Es musste erst ein Donald Trump auf der politischen Bühne auftauchen, um den Vater von drei Kindern auf die politische Siegerstraße zu führen. 2017 konnte er die allgemeine politische Wetterlage nämlich für sich nutzen und genügend Geld für einen effektiven Wahlkampf sammeln. Einen großen Anteil an seinem jetzigen Sieg hatte allerdings auch der republikanische Kandidat Roy Moore, der durch die Vorwürfe sexueller Belästigung stark an Ansehen einbüßte.

Senatseinzug im Jänner

Die politischen Positionen von Jones zollen allerdings auch der Tatsache, dass im christlich geprägten und traditionell republikanischen Alabama demokratische Positionen einen eher schweren Stand haben, Tribut. Jones begeht den schmalen Grat zwischen dem, was möglich ist, und dem, was er für nötig hält. Er selbst bezeichnet sich als "ziemlichen Mainstream": So steht er zwar für das Recht auf Abtreibung, hat aber in der Waffenbesitzdiskussion einen eher pragmatischen Stand. Anfang Jänner zieht Jones in den Senat in Washington ein. (Manuela Honsig-Erlenburg, 13.12.2017)