Scharfzüngiger Polterer: Nigel Farage.

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London/Straßburg – Der EU-kritische britische Europaabgeordnete Nigel Farage hat am Mittwoch im EU-Parlament gegen seine Premierministerin Theresa May wegen deren Zustimmung zur jüngsten Brexit-Vereinbarung gewütet. May habe "fast überall nachgegeben", kritisierte Farage. Die Nachtreise nach Brüssel sei eine "rituelle Erniedrigung" gewesen.

Wenn EU-Chefverhandler Michel Barnier sich erfreut gezeigt habe, sei dies verständlich, denn die EU brauchte gar keine Zugeständnisse zu machen, "sie hatten ja gegen May anzutreten", höhnte der ehemalige Chef der britischen Partei UKIP. May "überstürzte sich geradezu, Zugeständnisse zu machen einschließlich der 40 Milliarden Pfund Sterling Zusage, um uns das Recht auf Austritt zu geben", so Farage, der auch die Familienzusammenführung kritisierte und als "Migration der offenen Tür aus der EU auf Jahre hinweg" bezeichnete.

Es sei auch "fast bizarr", dass es die Verpflichtung auf fortgesetzte regulatorische Angleichung gebe, so Farage weiter. "Das ist fast so, als ob wir austreten, aber trotzdem im Binnenmarkt bleiben". Jedenfalls habe "May Appeasement gemacht und fast überall nachgegeben". Farage konzedierte, dass "viele Millionen, die für den Brexit gestimmt haben, immer frustrierter" seien. Die Wünsche des Volkes und der politischen Führung seien vollkommen anders gelagert. "Ich befürchte, dass der Brexit irgendwann in Zukunft vielleicht noch einmal ganz neu ausgefochten werden muss." (APA, 13.12.2017)