Zwei Österreicher bei Absturz von Flugtaxi in Deutschland getötet

Das Flugzeug der Bregenzer Firma Skytaxi stürzte auf dem Weg nach Friedrichshafen nahe dem Bodensee ab

37 Postings

Bregenz/Ravensburg – Beim Absturz eines Flugzeugs im Kreis Ravensburg am Bodensee sind am Donnerstagabend drei Menschen, darunter zwei Österreicher, ums Leben gekommen. Bei dem Flugzeug handelte es sich um eine Maschine des Bregenzer Bedarfsflugunternehmens Skytaxi. Am Unglücksort liefen am Freitag die Untersuchungen zur Unfallursache, die derzeit noch unklar ist.

Bei den Verunglückten handelte es sich um einen 45-jährigen Piloten aus Vorarlberg, einen 49-jährigen Co-Piloten aus Wien und einen 79-jährigen Fluggast aus dem östlichen Bodenseekreis, erklärten die Staatsanwaltschaft Ravensburg und das Polizeipräsidium Konstanz am Freitag.

Geschäftsführer gestorben

Skytaxi-Mehrheitseigentümer Werner Deuring bestätigte, dass Skytaxi bei dem Unglück mit dem Chefpiloten auch seinen Mitgesellschafter und Geschäftsführer verloren hat. "Er war ein sehr erfahrener Pilot, bestens ausgebildet", sagte Deuring. Es gelte nun zunächst, sich um die Hinterbliebenen und Mitarbeiter von Skytaxi zu kümmern.

Bei dem Fluggast soll es sich um den als "Bäderkönig" bekannten deutschen Unternehmer Josef Wund handeln, berichtete die dpa unter Berufung auf einen Sprecher der nach ihm benannten Stiftung. "Wir sind alle traurig und geschockt", wurde der Sprecher zitiert.

Zeugen beobachteten Crash

Die Maschine, eine Cessna 510, war nach Polizeiangaben auf dem Weg vom Flugplatz Frankfurt-Egelsbach (Hessen) nach Friedrichshafen (Baden-Württemberg) und stürzte gegen 18.15 Uhr aus ungeklärter Ursache in einem kleinen Waldgebiet in der Nähe des Waldburger Teilortes Sieberatsreute ab. Zuletzt soll es Funkkontakt mit Zürich gegeben haben, das wollte die Polizei Konstanz jedoch nicht bestätigen. Zeugen hatten den Absturz am Donnerstagabend beobachtet und die Rettungskräfte alarmiert. Diese fanden am Unglücksort die sterblichen Überreste dreier Personen vor. Sie wurden noch in der Nacht geborgen.

Schneefall erschwerte Bergung

Die Absturzstelle liegt in unbewohntem Gebiet. Die Bergungsarbeiten an der unwegsamen Unfallstelle gestalteten sich schwierig und mussten wegen starken Schneefalls und Dunkelheit unterbrochen werden. Die durch Schneefall und Wind behinderten Arbeiten wurden am Freitag fortgesetzt.

Noch in der Nacht hatten Sachverständige der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung ihre Untersuchungen am Unfallort aufgenommen. Die Spezialisten seien derzeit dabei, das Trümmerfeld zu begutachten und die Wrackteile für einen Abtransport vorzubereiten, so ein Sprecher der Polizei Konstanz am Freitagmittag.

Suche nach Unfallursache läuft

Ob das Wetter eine Rolle bei dem Absturz gespielt hat, blieb vorerst unklar. Das Portal austrianaviation.net hatte gemeldet, dass es Hinweise auf Eisbildung an den Tragflächen gegeben habe. Dabei handle es sich um Mutmaßungen, die man derzeit nicht bestätigen könne, sagte der Polizeisprecher.

Skytaxi wurde 2007 von Deuring und Luftfahrtunternehmer Rolf Seewald gegründet. 2016 gab Seewald seine Anteile ab. Seither gehört das Unternehmen zu 70 Prozent Deurings WD Beteiligungs GmbH mit Sitz in Bregenz. 30 Prozent standen im Besitz von Adi Anderst, Geschäftsführer seit 2014. (APA, 15.12.2017)

Weiterlesen