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Berlin – Nach jahrelangen Verzögerungen soll der Berliner Flughafen BER im Oktober 2020 eröffnet werden. Diesem Termin der Geschäftsführung habe der Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft einmütig zugestimmt, sagte Chefaufseher Rainer Bretschneider am Freitag. Anteilseigner sind die Bundesländer Brandenburg und Berlin sowie der Bund. Ob der Termin eingehalten werden kann, ist unklar. Bisher wurden zahlreiche Eröffnungstermine wegen baulicher und aufsichtsrechtlicher Probleme verschoben.

Kein Plan B

Nachdem jüngst von neuen Problemen beim Terminal die Rede war, betonte die Flughafengesellschaft noch: "Die Inbetriebnahme des BER wird mit allen Gebäuden erfolgen. Die Start- und Landebahnen, 39 Betriebsgebäude und die Seitenpiers des Fluggastterminals sind fertig und bereits überwiegend in Nutzung."

Alternative Planungen für den Fall neuer Verzögerungen lehnt Bretschneider ab. "Wir wären ja nicht ganz klar im Kopf, wenn wir bei Entscheidungen über den Termin gleichzeitig einen Plan B beschließen würden", sagt er am Samstag dem RBB.

"Welche Baufirma würde noch irgendeinen Termin einhalten, wenn die Auftraggeber jetzt schon von ihren eigenen Terminen abrücken würden?", fragte der Kontrollor. "Also: Wir wollen mit Hochdruck eröffnen, wir wollen mit Hochdruck fertig werden und nicht über Auswegmöglichkeiten sinnieren."

Spatenstich 2006

Die Entscheidung für den Bau des Großflughafens hatten die Gesellschafter 1996 getroffen. 2003 begannen erste Vorbereitungsarbeiten. Als im September 2006 der erste Spatenstich erfolgte, war von Kosten von knapp 2,5 Milliarden Euro die Rede. Inzwischen werden Beträge von rund 6,6 Milliarden Euro genannt. Zunächst wurde als Eröffnungstermin der November 2011 ins Auge gefasst. Als nächster Termin wurde der 3. Juni 2012 genannt – doch knapp vier Wochen vorher musste auch dieser kurzfristig abgesagt werden. Dem folgten immer neue Termine. Eines der größten Probleme ist die Brandschutzanlage.

Der neue Flughafen kann auf eine Kapazität von bis zu 45 Millionen Passagiere im Jahr ausgebaut werden. Experten halten das angesichts der erwarteten Fluggastzahlen für unzureichend. 2016 nutzten bereits 33 Millionen Passagiere die bisherigen Berliner Flughäfen Schönefeld und Tegel. (Reuters, 16.12.2017)