Gewichtsreduktion: Weniger werden durch Fertiggerichte-Verzicht

Vier Wege zu weniger Kilos auf der Wage, Teil 3: Fertiggerichte-Verzicht

Günther Brandstetter

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Manche Emulgatoren stören nachweislich die Sättigungssignale, deshalb: Auf Fertiggerichte verzichten!

Foto: APA/GEORG HOCHMUTH

Ein Universalrezept fürs Abnehmen gibt es nicht, dafür gute Strategien zur Ernährungsumstellung. Intervallfasten, Selbstüberlistung, Fertiggerichte-Verzicht oder Kohlenhydrate-Reduktion sind komplett unterschiedliche Wege zum Kiloverlust. Teil 1 und Teil 2 sind hier zu lesen, Teil 4 folgt am Donnerstag.

Ehrliche Lebensmittel

Theoretisch ist alles ganz einfach. Der Mensch isst, wenn er Hunger hat, und hört auf, sobald er satt ist. Der Körper sagt uns, was und wie viel er benötigt. "Selbstregulation der Nahrungsaufnahme" nennt sich das. Demnach wird die Lust auf bestimmte Lebensmittel durch den intuitiven, natürlichen Appetit bestimmt. Eine Schlüsselrolle nimmt dabei der Geschmack ein. Er ist der Wegweiser zu den Nährstoffen, die wir brauchen. "Das kann am besten an Menschen beobachtet werden, die nach einer überstandenen Krankheit wieder Gusto bekommen. Die wissen genau, worauf sie Lust haben", sagt die deutsche Ernährungswissenschafterin Maike Ehrlichmann.

Die Voraussetzung, dass unser körpereigener Ernährungscoach funktioniert, ist ein möglichst breiter Geschmackshorizont. Damit meint die Expertin die Vielfalt an Lebensmitteln, die ein Mensch kennt. Die Ernährungsberaterin zieht hier eine Analogie zur Sprache: "Wer nur über einen kleinen Wortschatz verfügt, dem mangelt es an Möglichkeiten, seine Wünsche und Bedürfnisse zu artikulieren. Wer nur Schimpfwörter gelernt hat, kann zwar fluchen, aber nicht nach dem Weg fragen." Ähnlich ist es mit dem Essen: Kennt der Körper nur Junkfood, kann auch nur danach gefragt werden.

Ihr Rezept gegen die Verarmung des Geschmacks: "ehrliche Lebensmittel" statt stark verarbeiteter Convenience-Produkte mit ihrer Vielzahl an Geschmacksverstärkern und Zusatzstoffen. "Manche Emulgatoren stören nachweislich die Sättigungssignale und können Übergewicht fördern", betont Ehrlichmann. Wer das seinem Körper nicht zumuten will, muss selbst aktiv werden: frische Produkte auf dem Markt kaufen, Herd einschalten und den Kochlöffel schwingen. (Günther Brandstetter, 3.1.2018)

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