Trumps Ankündigung, Ostjerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen, löste eine Welle an Protesten aus.

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Washington – 193 Länder sind am Donnerstag aufgerufen, in einer dringlichen Sitzung der Uno-Vollversammlung über eine Resolution zu Jerusalem abzustimmen. Die Resolution appelliert an die USA, die Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels zu widerrufen. Nun droht US-Präsident Donald Trump, all jenen Ländern die Finanzhilfe zu kürzen, die der Resolution zustimmen.

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"Sie nehmen hunderte Millionen oder sogar Milliarden Dollar an, und dann stimmen sie gegen uns", sagte Trump am Mittwoch. Die USA würden sich das Stimmverhalten genau anschauen. "Lasst sie gegen uns stimmen", sagte er. "Wir werden eine Menge sparen. Uns ist das egal."

Einer gegen alle

Die Resolutionen der Versammlung sind nicht bindend. Deutschland bemühte sich vor der Abstimmung um eine einheitliche europäische Position. Im Sicherheitsrat der Uno, der aus 15 Mitgliedstaaten zusammengesetzt ist, erhielt die Resolution am Dienstag bereits klare Zustimmung. Alle 14 Länder außer den USA stimmten für die Resolution. Weil die USA aber ein Land mit Veto-Recht ist, wurde die Resolution nicht verabschiedet.

Bereits am Dienstag hatte die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley, angekündigt, sich das Abstimmungsverhalten der einzelnen Länder am Donnerstag sehr genau anzusehen. "Die USA werden sich die Namen merken", schrieb sie auf Twitter. (Reuters, APA, red, 20.12.2017)