Ist der aktuelle Absturz von Bitcoin erst der Anfang?

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Angesichts der heftigen Kursausschläge beim Bitcoin warnt nun auch die deutsche Finanzaufsicht vor der Digitalwährung. "Es handelt sich um höchst spekulative Vorgänge mit der Möglichkeit des Totalverlustes", sagte der Präsident der Aufsichtsbehörde BaFin, Felix Hufeld, der "Bild"-Zeitung (Samstag-Ausgabe). Es werde "Exzesse geben, die bittere Verlierer produzieren" würden.

Warnung

Hufeld rät daher zu höchster Vorsicht. Ein Anleger müsse wissen, "dass er im schlimmsten Fall sein ganzes Geld verlieren kann." Der Chef der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BafFin) kündigte an, seine Behörde müsse "eng am Ball bleiben", sprach allerdings auch von einer großen Lernaufgabe. "Wir sind alle dabei, dieses Gebiet erst zu verstehen und Know-How aufzubauen."

Zwei große US-Börsen haben mittlerweile Terminkontrakte auf den Bitcoin aufgelegt – damit ist die Kryptowährung in der klassischen Finanzwelt angekommen. Seit Jahresbeginn ist der Bitcoin, der auf Plattformen im Internet gehandelt wird, massiv im Wert gestiegen: von rund 1.000 US-Dollar (843,67 Euro) auf annähernd 20.000 Dollar, um kurz vor Weihnachten jäh in Richtung 12.000 Dollar abzustürzen. Je höher der Kurs stieg, desto lauter wurden mahnende Stimmen aus Politik und Notenbanken. In den vergangenen Tagen hatten Politiker und Ökonomen eine Regulierung von Bitcoin gefordert.

Kritik

Erst kürzlich hatte Bundesbank-Präsident Jens Weidmann den Bitcoin heftig kritisiert. "Es ist spekulativ, man kann Geld damit verlieren", hatte sagte Weidmann am Montagabend in Frankfurt gesagt. Bitcoin als "Digitalwährung" zu bezeichnen, hält Deutschlands oberster Währungshüter für irreführend: "Ein Zahlungsmittel sollte ja eine Wertstabilität aufweisen. Diese Eigenschaften fehlen dem Bitcoin." Weidmann sprach sich jedoch ausdrücklich gegen eine Regulierung aus geldpolitischer Sicht aus. (APA, 23.12.2017)