Die softwareseitige Drosselung älterer iPhones sorgt für Ärger bei einigen iPhone-Käufern.

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Für Reaktionen zwischen Verständnis und Entrüstung sorgte Apple mit einem Eingeständnis in den vergangenen Tagen. Zuerst war anhand von Benchmarkergebnissen der Verdacht aufgekommen, dass das Unternehmen die Performance älterer iPhones beschränken würde. Kurz darauf bestätigte der Konzern dies in einer Stellungnahme.

Während einige Nutzer dem Hersteller geplante Obsoleszenz vorwarfen, also die Absicht, Kunden mit der Verlangsamung zum schnelleren Kauf eines neuen Modells zu verleiten, rechtfertigt dieser das bislang nicht öffentlich gemachte Vorgehen mit pragmatischen Gründen. Die softwareseitige "Bremse" solle der alters- und nutzungsbedingten Verschlechterung der Akkuleistung entgegenwirken und Schäden durch problematische Spannungsschwankungen verhindern. Eingeführt wurde dieses Verhalten vor einem Jahr, es betrifft alle Apple-Handys ab dem iPhone 6.

Bereits acht Klagen

Der Kritik hat das wenig Abbruch getan – Apple sieht sich mittlerweile alleine in den USA mit acht Klagen konfrontiert, schreibt Reuters.

Eingereicht wurden sie in Kalifornien, Illinois und New York. Drei davon sind Sammelklagen, in denen Konsumenten versuchen, konzertiert gegen das Unternehmen vorzugehen und Schadenersatzansprüche geltend zu machen. Statt einen kostenlosen Akkutausch anzubieten, habe Apple einfach einen Defekt "maskiert", heißt es in der kalifornischen Klagsschrift. Eine ähnliche Klage ist mittlerweile auch aus Israel dokumentiert.

Experte: Apples Verhalten ist richtig

Chris Hoofnagle vom Berkeley Center for Law & Technology, sieht in Apples Vorgehen grundsätzlich kein Fehlverhalten, bemängelt das Fehlen von Normen im Bereich des Konsumentenschutzes bezüglich des Alterungsprozesses von Produkten. Die Drosselung sei ein ethisch vertretbarer Ansatz, so wie es auch bei Sicherheitslücken vertretbar sei, dass zum Schutze des Nutzers Funktionen eingeschränkt oder deaktiviert würden. (red, 27.12.2017)