Berlin – Die Industrie der Euro-Zone startet mit so viel Rückenwind ins neue Jahr wie seit mindestens 20 Jahren nicht mehr. Der Einkaufsmanagerindex kletterte im Dezember um 0,5 Punkte auf den Rekordwert von 60,6 Zählern, wie das Markit-Institut am Dienstag zu seiner Umfrage unter 3000 Unternehmen mitteilte. "Der Aufschwung der Euro-Industrie hat im Dezember weiter an Fahrt gewonnen und bescherte dem Sektor nicht nur das beste Jahr seit Umfragebeginn 1997, sondern sorgt damit auch für einen guten Start ins neue Jahr 2018", sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson.

Der Aufschwung dürfte sich fortsetzen: Der Auftragseingang legte kräftig zu, während die Einkaufsmenge wegen der hohen Produktionsanforderungen auf ein Rekordhoch kletterte. Der Beschäftigungszuwachs erreichte ebenfalls ein Rekordniveau. "Das Erfreulichste ist jedoch, dass der Investitionsgüterbereich mit den Anlagen- und Maschinenbauherstellern in Rekordtempo expandierte", sagte Williamson. "Dies zeigt, dass die Investitionen zunehmen, was wiederum der Produktivität und den Gewinne zugute kommt und für einen nachhaltigen Aufschwung sorgen dürfte."

In Deutschland und Österreich Rekordwerte

Auch der Einkaufsmanagerindex für die deutsche Industrie erreichte eine Bestmarke. Er legte um 0,8 auf 63,3 Punkte zu. "Angesichts des stärksten Auftragszuwachses seit knapp acht Jahren und dringender Kapazitätserweiterungen infolge weiter steigender Auftragsbestände startet die Industrie auch mit Schwung ins Jahr 2018", sagte Markit-Experte Phil Smith. "Und dass die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist wieder auf ein historisch hohes Niveau gestiegen sind, trägt mit zum optimistischen Ausblick bei." Allerdings stellten Lieferengpässe mittlerweile ein ernstes Risiko für den weiteren Aufschwung in Deutschland dar. Dies werde sich unweigerlich in einem spürbaren Anstieg der Einkaufspreise niederschlagen, da die Nachfrage nach Rohstoffen das Angebot derzeit bei weitem übersteige.

Auch in Österreich und Irland erreichte das Barometer Rekordwerte. Frankreich meldete den höchsten Stand seit vielen Jahren, ebenso Griechenland. (Reuters, 2.1.2018)