Eisbärenjunges in Berliner Tierpark verendet

Knapp einen Monat nach der Geburt – Dehydrierung als Ursache

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Das erste Foto des kleinen Eisbären mit Mutter Tonja wurde am achten Dezember veröffentlicht. Nun ist erneut ein Jungtier verendet.

Foto: APA/AFP/TIERPARK BERLIN

Berlin – Im Tierpark Berlin ist ein Eisbärenjunges knapp einen Monat nach seiner Geburt gestorben. "Es hat 12 bis 15 Stunden lang zu wenig Milch bekommen und ist dann hinweggeschlafen", sagte Tierpark-Direktor Andreas Knieriem am Dienstag nach der Obduktion. Das Eisbären-Weibchen sei ohne ausreichende Flüssigkeitszufuhr dehydriert.

Warum das 26 Tage alte Tier nicht mehr trank, sei noch unklar. Bei weiteren Untersuchungen soll es um mögliche Infektionen gehen. "Man kann mit allen Jungtieren Glück und Pech haben", sagte Knieriem. Über die Überwachungskameras sei nicht zu sehen gewesen, dass das Junge zu wenig trinke. Der Tierpark wollte das Junge bewusst nicht mit der Hand aufziehen, sondern der Natur ihren Lauf lassen.

Tierschützer bezeichnen Zucht als "Sackgasse"

Der Berliner Tierschutzverein kritisierte am Dienstag die Eisbärenzucht in Zoos als "Sackgasse". Dass mehr als 60 Prozent der Jungtiere in deutschen Zoos in den vergangenen Jahren nur wenige Wochen alt geworden seien, spreche nicht für eine artgerechte Haltung.

Eisbärin Tonja hat bereits zum zweiten Mal hintereinander ihren Nachwuchs verloren. Im vergangenen Jahr war der kleine Eisbär Fritz als erster Wurf im Alter von vier Monaten plötzlich gestorben. In Berlin war die Begeisterung nach der jüngsten Geburt eines Eisbären groß gewesen – fast zehn Jahre nach der Euphorie um Eisbär Knut aus dem Zoo in West-Berlin. (APA, 3.1.2018)

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