Foto: AP/Kaster

Zum ersten Mal könnte die "Health App" von Apple wichtige Daten in einem deutschen Mordprozess liefern. Es geht um die Anklage gegen den afghanischen Flüchtling Hussein K., der im Oktober 2016 eine junge Studentin vergewaltigt und ermordet haben soll. Er weigerte sich, Ermittlern den Passcode seines iPhones zu liefern. In monatelanger Arbeit knackten Behörden nun gemeinsam mit einem Drittanbieter das Gerät des Flüchtlings.

"Treppensteigen"

Nun stehen besonders Daten aus der bei iPhones vorinstallierten "Health App" im Fokus des Verfahrens. Sie zeigen, dass der Verdächtige zwei Mal "Treppen gestiegen" ist. Dabei soll es sich um jene Momente handeln, in denen K. Sein Opfer eine Uferböschung hinunterzerrte und wieder heraufkletterte.

Kaum Schritte

Außerdem beweisen die Smartphone-Daten, dass sich der Angeklagte zwischen halb drei und vier Uhr kaum bewegte. Hier sind nur wenige Schritte verzeichnet. Für das Gericht könnte das bedeuten, dass K. Sein Opfer mehr als eine Stunde misshandelte. Das würde vermutlich eine Tat im Affekt ausschließen, berichtet "Die Welt".

Altersnachweis

Neben den Smartphone-Daten spielen vor allem Altersgutachten eine Rolle. Der Flüchtling gab an, minderjährig zu sein; das wird mittlerweile stark bezweifelt. Am 25. Jänner wird der Prozess fortgesetzt, dann soll es um Verbrechen gehen, die K. In Griechenland begangen hat. (red, 14.1.2018)