Wolfsburg überflügelte Dortmund zwar nicht, zu einem Remis reichte es aber.

Foto: Guido Kirchner/dpa via AP

Kölns Heimsieg kann als glücklich bezeichnet werden.

Foto: Rolf Vennenbernd/dpa via AP

Die passende Bezeichnung für die ausrastenden Anhänger bleibt hier unerwähnt.

Foto: Rolf Vennenbernd/dpa via AP

Dortmund/Köln – Borussia Dortmund hat im dritten Spiel unter Peter Stöger erstmals nicht gewonnen. Mario Götze und Co mussten sich am Sonntag zum Rückrundenstart gegen den VfL Wolfsburg trotz eines Chancenplus mit einem torlosen Remis begnügen. Pierre-Emerick Aubameyang war aus disziplinären Gründen nicht mit von der Partie.

Für die Dortmunder blieb im Rennen um den Vizemeistertitel alles beim Alten, der Rückstand auf Rang zwei beträgt wie vor der Winterpause zwei Punkte. Neuer Zweiter ist allerdings RB Leipzig nach dem 3:1-Erfolg gegen Schalke 04 am Samstag. Die Schalker haben nach der 18. Runde einen Zähler mehr als der BVB auf dem Konto. Für den Zwölften Wolfsburg war es bereits das elfte Unentschieden in dieser Saison.

BVB mit guten Chancen

Die Gastgeber hatten allgemein gesehen die besseren Momente, der anstelle von Aubameyang an vorderster Front aufgebotene Schwede Alexander Isak (43.) und der Engländer Jadon Sancho (53.) scheiterten aber am Aluminiumgehäuse. Zudem ließ Andrej Jarmolenko eine hundertprozentige Chance aus, schoss aus fünf Metern frei stehend drüber (48.). In einer offenen Partie kamen aber auch die Wolfsburger immer wieder einmal gefährlich vor das Tor.

Aubameyang stand nicht im Kader, da er einer angekündigten Teamsitzung am Samstag unentschuldigt ferngeblieben war. "Es war eine wichtige Sitzung. Alle haben teilgenommen, auch die verletzten Spieler, er ist aber ferngeblieben. Deshalb ist meine Einschätzung, dass es ihm im Moment nicht so wichtig ist, er nicht so fokussiert ist. Deshalb haben wir Konsequenzen gezogen", sagte Stöger im Sky-Interview.

Aubameyang überrascht

Beim Anschwitzen am Sonntag ließ der BVB-Coach den Stürmer noch mitmachen, danach teilte er ihm mit, dass er nicht dem Matchkader angehört. "Er war überrascht, hat angedeutet, dass er den Termin vergessen hätte", sagte Stöger. Bereits zum zweiten Mal in dieser Saison reagierte der Klub auf ein disziplinäres Fehlverhalten des 28-Jährigen. Der hatte auch schon unter Ex-Trainer Peter Bosz am 17. November im Duell mit dem VfB Stuttgart keine Berücksichtigung gefunden, da er zu spät zum Abschlusstraining erschienen war.

Unter Trainer Thomas Tuchel hatte er zudem am 2. November 2016 beim 1:0-Sieg in der Champions League gegen Sporting Lissabon gefehlt, da er trotz eines Verbots des Coaches an einem freien Tag nach Mailand geflogen war.

Die Tür für Aubameyang ist aber nach der dritten Kurzzeit-Suspendierung nicht zu. "Wer mich kennt, weiß, dass ich nicht nachtragend bin. Das bedeutet auch, dass er sich nächste Woche wieder ganz normal für die Mannschaft qualifizieren kann", verlautete Stöger. Fraglich ist aber, ob der Teamstürmer von Gabun, der in in dieser Saison in 23 Pflichtspielen 21-mal (13 Tore in der Liga) getroffen hat, das überhaupt will. Einiges scheint darauf hinzudeuten, dass er einen Wintertransfer erwirken möchte.

Köln mit Last-Minute-Sieg

Bei Stögers Ex-Klub lief es indes besser, Neuzugang Simon Terodde hat dem schwer abstiegsbedrohten 1. FC Köln neue Hoffnung gegeben: Mit seinem späten Tor zum 2:1 im Niederrhein-Derby gegen Borussia Mönchengladbach avancierte der vom VfB Stuttgart gekommene Stürmer zum Matchwinner.

Frederik Sörensen brachte den FC in der 34. Minute nach einem Freistoß in Führung, Raffael belohnte das Drängen der Gäste in Minute 69. Im Finish verweigerte Schiedsrichter Zwayer der Borussia auch nach Videostudium einen Elfmeter, Terodde setzte aus heiterem Himmel den Schlusspunkt: Konstantin Rausch flankte von links vorbildlich zur Mitte, Terodde verband einen idealen Laufweg mit einem platzierten Kopfball ins lange Eck.

Zur Pause des Derbys sorgten Anhänger beider Teams für Aufsehen, als sie den Platz stürmen wollten. Köln fehlen nun sechs Punkte auf den Hamburger SV und sieben auf Werder Bremen, das derzeit den Relegationsplatz belegt. Gladbach ist Sechster. (APA, red, 14.1.2018)