Außerhalb von Japan tut sich Sony schwer gegen Samsung und Co.

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Mit dem Xperia Z ist Sony nach dem Ende des Jointventures mit Ericsson einst ein gelungenes Comeback in die Smartphone-Welt geglückt. Doch obwohl der Konzern seitdem stets recht potente Flaggschiffe abgeliefert hat, ist der große Erfolg ausgeblieben. Daran ist man mitunter selber Schuld – werden doch Spitzengeräte oft erst lange nach den Vorstellungen der Konkurrenz verfügbar. Und gerade bei den Kameras scheint man der Konkurrenz im Premium-Segment letztlich unterlegen zu sein.

Die Folge: Außerhalb von Japan bekommt man gegen Samsung und Co. nur schwer Beine auf den Boden. Doch Konzernchef Kaz Hirai sieht darin scheinbar kein allzu großes Problem. Einige Beobachter hatten Sony Mobile bereits empfohlen, sich vom Markt zurück zu ziehen. Doch daran denkt Hirai derzeit jedenfalls nicht. Sony stellt Smartphones nicht bloß für den Umsatz, sondern aus strategischen Gründen her, verrät er dem Guardian.

In Lauerstellung

"Der Grund [warum Sony sich nicht zurückzieht, Anm.] ist nicht, weil wir denken, dass Smartphones die Zukunft sind, sondern weil wir vernetzte Geräte haben müssen, um zu kommunizieren. Wenn wir dieses Feld verlassen, haben wir nicht die Möglichkeit, beim nächsten Paradigmenwechsel dabei zu sein", sagt der CEO. Es gehe nicht um Smartphones, sondern die Entwicklung danach, in der man sich idealerweise an die Spitze setzen will.

Die Möglichkeit eines Ausstiegs lässt er freilich trotzdem offen. Er wolle sicherstellen, dass Sony im "Kommunikationsgeschäft" bleibe, nicht unbedingt "im Smartphonegeschäft per se". Auch wenn die eigenen Handys keine großen Verkaufsrenner sind, ist die Branche für Sony wichtig. Denn man beliefert zahlreiche Hersteller mit Kamerasensoren aus eigener Produktion, was die Fotoschwäche umso schwerer erklärlich macht.

Gewinnbringer: Filme, TV, Playstation

Gleichzeitig vermarktet man die eigenen Kameratechnologien mittlerweile auch an Autohersteller. Sie sollen autonomen und teilautonomen Autos helfen, ihr Umfeld besser zu erkennen. Zum Einsatz kommen sie auch im Bereich der Überwachung, IoT-Geräten und natürlich auch in Digitalkameras, die auch Sony nach wie vor produziert.

Hirais Umstrukturierungsmaßnahmen scheinen trotz dem schwachen Smartphone-Absatz zu funktionieren. Sechs Jahre nach dem Verlustrekord von drei Milliarden Dollar ist man wieder klar in den schwarzen Zahlen. Für das laufende Geschäftsjahr wird ein Gewinn von 4,2 Milliarden Dollar erwartet, eine Steigerung von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Getragen wird der Erfolg primär von der Filmproduktion, der TV-Sparte sowie dem Geschäft mit der Playstation. (red, 19.01.2018)