Riesenkalmar von Artgenossen angegriffen I

Trotz seiner beeindruckenden Länge von mindestens 12 Metern und einem Gewicht von weit über Hundert Kilogramm ist bis heute kaum etwas über die Lebensweise des Riesenkalmars Architeuthis dux bekannt. Weniger als 1.000 Exemplare konnten bisher nachgewiesen werden, die überwiegende Mehrzahl davon wurde tot angespült. Die ersten Filmaufnahmen eines lebenden Architeuthis in seinem natürlichen Lebensraum in der Tiefsee sind überhaupt erst elf Jahre alt.

Das erste Riesenkalmar-Individuum, das außerhalb japanischer Gewässer lebend an einer Küste angeschwemmt wurde, war am 7. Oktober 2016 in der Nähe des Strandes von A Coruña in Galicien gesichtet worden. Das Tier war schwer verletzt und starb kurz darauf. Nun haben Forscher um Angel Guerra vom Obersten Rat für wissenschaftliche Forschung (CSIC) in Spanien die Untersuchungsergebnisse zu diesem spektakulären Fund im Fachjournal "Ecology" veröffentlicht. Bei dem Riesenkalmar handelte es sich demnach um ein weibliches Jungtier mit einem Lebendgewicht von 105 Kilogramm.

Foto: Javier Ondicol, Parque de la Vida

Riesenkalmar von Artgenossen angegriffen II

Die festgestellten Verletzungen weisen darauf hin, dass das Tier mit einem Artgenossen aneinander geraten war. Größe und Form der Saugnapf-Abrücke auf dem Körper des Kalmars sprechen dafür, dass er von einem mächtigeren Exemplar angegriffen worden war, möglicherweise im Streit um Beute.

Die Wissenschafter vermuten, dass es sich dabei um große Schwärme eines Fisches namens Blauer Wittling (Micromesistius poutassou) gehandelt hat. Diese Spezies sammelt sich in riesigen Schwärmen in mehreren Hundert Metern Tiefe, was auch zahlreiche Riesenkalmare anlocken dürfte. Daraus schließen Guerra und sein Team, dass Architeuthis bei seinen Artgenossen Kleptoparasitismus betreibt: Größere Exemplare jagen nicht selbst, sondern stehlen körperlich unterlegenen Individuen ihre Beute.

Foto: Javier Carrascosa/CSIC

Neue Biosignale zum Aufspüren von außerirdischem Leben

Von künftigen terrestrischen Riesenteleskopen und insbesondere vom Hubble-Nachfolger James Webb Space Telescope erhoffen sich Astronomen nicht nur Aufschlüsse über die möglichen Landschaftsformen auf Exoplaneten, vor allem sollen sie in den Atmosphären der fremden Welten auch Hinweise auf eventuell vorhandenes Leben aufspüren. Freier Sauerstoff war bisher als wichtigster Indikator für das Vorhandensein einer Biosphäre angesehen worden. Doch nun haben US-Wissenschafter um Joshua Krissansen-Totton von der University of Washington andere chemische Kombinationen vorgeschlagen, die womöglich wesentlich besser dazu geeignet wären, in den Atmosphären Leben anzuzeigen.

Wie die Astrobiologen im Fachjournal "Science Advances" schreiben, habe Sauerstoff den Großteil der Erdgeschichte keine wichtige Rolle gespielt. Dafür sei die Existenz von Methan und Kohlendioxid bei gleichzeitiger Abwesenheit von Kohlenmonoxid ein mindestens ebenso verlässlicher Indikator für Leben, meinen die Forscher. "Unsere Studie zeigt, dass diese Kombination ein wirklich überzeugendes Anzeichen für Leben auf einem Planeten wäre", erklärt Koautor David Catling.

Illustr.: Nasa

Friedliche ägyptische Besatzer

Ramses II. (1303 bis 1213 vor unserer Zeitrechnung) gilt als einer der bedeutendsten Pharaonen in der Geschichte des Alten Ägypten. Dass er das Reich am Nil dermaßen prägte, liegt nicht zuletzt an seiner überlangen Regierungszeit: Etwa 66 Jahren saß er auf dem Thron und sorgte durch sein diplomatisches Geschick dafür, dass Ägypten fast 50 Jahre lang in Frieden mit seinen Nachbarvölkern lebte. Böse Zungen behaupten, das liege auch daran, dass Ramses ein furchtbar schlechter Heerführer war – und tatsächlich existieren Hinweise darauf, dass ihm während seiner berühmtesten Schlacht bei Kadesch am Orontes einige schwere Fehler unterliefen.

Ausgrabungen an der ägyptischen Küste unter der Leitung von Steven Snape von der University of Liverpool zeigen nun, dass die ägyptischen Besatzer in den damaligen Nachbarländern tatsächlich vor allem darauf bedacht waren, den Frieden zu bewahren. Die Forscher fanden rund um die bronzezeitliche Festung Zawiyet Umm el-Rakham rund 300 Kilometer westlich von Alexandria zahlreiche Belege dafür, dass damals ägyptische Soldaten und lokale Nomadenstämme eng kooperiert haben. Laut ihrer Studie im Fachjournal "Antiquity" weisen vor allem landwirtschaftliche Überreste darauf hin, dass sich die Besatzer auf die Kenntnisse der Nomaden über die regionalen Gegebenheiten verließen.

Foto: REUTERS/Amr Abdallah Dalsh

Angeblich ältester Mann der Welt gestorben

Im Alter von 113 Jahren ist der angeblich älteste Mann der Welt in Spanien gestorben. Das südwestspanische Dorf Bienvenida trauerte in der vergangenen Woche um den am Montag verstorbenen Francisco Nunez Olivera. Der am 13. Dezember 1904 geborene Olivera hatte erst vor sechs Wochen seinen 113. Geburtstag gefeiert. Die spanische Zeitung "El Mundo" schrieb im vergangenen August über den früheren Landwirt, dieser habe "den Ersten Weltkrieg, den Zweiten Weltkrieg, den (spanischen) Bürgerkrieg, drei Könige, zwei Republiken, eine Diktatur und eine Demokratie" erlebt.

Medienberichten zufolge frühstückte Olivera jeden Morgen einen mit Olivenöl gebackenen kleinen Kuchen und ein Glas Milch. Bis zum Alter von 107 Jahren soll er jeden Tag alleine einen Spaziergang gemacht haben. Seit 1988 war er Witwer. Auf der Liste der Gerontology Research Group tauchte Olivera indes nicht auf. Dort wird der 112 Jahre alte Japaner Masazou Nonaka als ältester Mann der Welt geführt, die 117 Jahre alte Japanerin Nabi Tajima ist demnach der älteste Mensch der Welt. Laut "El Mundo" war es schwierig, Oliveras Alter zu beweisen, weil viele Archive während des spanischen Bürgerkriegs (1936-1939) verbrannten.

Foto: REUTERS/Andrea Comas

Ein Genom-Sequenzer für die Hosentasche

Das Human Genome Project begann 1990 und benötigte 13 Jahre, um unter Beteiligung zahlreicher Laboratorien und ganzer Heerscharen von Wissenschaftern das menschliche Genom zu dekodieren. Die Kosten für diesen enormen Aufwand betrugen mehrere Hundert Millionen Euro. Was vor etwas mehr als einem Jahrzehnt noch eine globale Mammutaufgabe war, erledigt heute ein Gerät, das man bequem in der Hosentasche mit sich führen kann und das in der Basisausführung um etwa 1.000 US-Dollar zu haben ist. Ein Team von Forschern hat nun eines dieser neuen Handy-großen Apparate vom Unternehmen Oxford Nanopore ausführlich getestet und war geradezu begeistert davon, wie es nun im Fachjournal "Nature Biotechnology" berichtet. "Diese Geräte eröffnen uns die aufregende Möglichkeit, DNA-Entschlüsselung als Routinemethode im Alltag einzusetzen. Die Leute könnten das sogar bei sich zuhause machen", meint Nicholas Loman von der University of Birmingham, der an dem Test beteiligt war.

Mehr noch: Der Handheld-DNA-Sequenzer hat nach Angaben der Wissenschafter den entscheidenden Vorteil, dass er längere DNA-Stränge analysieren kann, wodurch er auch genauer arbeitet als bisherige Methoden. Die Technik dahinter: Die DNA-Fäden passieren in dem Apparat ein winziges Loch. Je nach dem, welche der Nukleinbasen Adenin (A), Guanin (G), Cytosin (C) und Thymin (T) die Öffnung passiert, wird ein individuelles elektrisches Signal von einem Sensor registriert. Aus der Abfolge dieser Signale lässt sich in Echtzeit auf den genetischen Code schließen. Das Gerät liefert dabei zu 99,5 Prozent korrekte Resultate. Freilich sei es mit der Kenntnis des Codes noch nicht getan, so die Forscher. Herauszufinden, was die einzelnen Gensequenzen bedeuten und welche Funktion sie haben, sei nach wie vor eine aufwändige Aufgabe.

Foto: Oxford Nanopore Technologie

Unerwartete Moleküle im Umfeld von Schwarzen Löchern

Die Existenz einer großen Zahl von teils komplexen Molekülen im Materiewind, der supermassiven Schwarzen Löchern in Zentren von Galaxien entströmt, beschäftigt Astrophysiker seit ihrer Entdeckung vor über zehn Jahren. Normalerweise fühlen sich derartige chemische Verbindungen eher in den kältesten Regionen des Weltalls wohl. Schwarze Löcher dagegen sind das genaue Gegenteil: Kaum ein kosmisches Phänomen ist energiereicher, als diese gigantischen Schwerkraftmonster. Für die Wissenschafter ist es beinahe so, als hätten sie Eis in einem Schmelzofen gefunden. Wie diese Moleküle in der Hitze dieses hochenergetischen Sturms überleben können, stellt jedenfalls ein Rätsel dar.

Nun aber hat eine Gruppe um Alexander Richings von der Northwestern University (Illinois) eine neue Theorie dazu auf Basis von Simulationen entwickelt: Die Modelle würden nach der in den "Monthly Notices of the Royal Astronomical Society" veröffentlichten Studie darauf hindeuten, dass die Moleküle nicht etwa Teil der ursprünglich von den Schwarzen Löchern "verschlungenen" Gaswolken seien. Vielmehr könnte es sich um gleichsam brandneue Moleküle handeln, die gerade erst im turbulenten Materiewind entstanden sind. Ihre gleichsam im Feuer geborenen besonderen Eigenschaften würden dafür sorgen, dass sie nicht restlos zerstört werden, so die Forscher.

Illustr.: Northwestern University

Rekonstruierte prähistorische Jagdwaffen

Archäologen und Kriminaltechniker haben im Grunde viel gemeinsam. Die Untersuchung der Überreste von früheren Gesellschaften soll Aufschluss darüber geben, wie die Menschen damals gelebt haben und wie sie gestorben sind. Ganz so, wie auch Forensiker einen Tatort rekonstruieren, haben nun Forscher um Janice Wood von der University of Washington versucht, jene Waffen nachzubauen, die Jäger und Sammler vor 10.000 bis 14.000 Jahren im Norden Nordamerikas verwendet haben.

In einer im "Journal of Archaeological Science" präsentierten Studie kommen die Wissenschafter zu dem Schluss, dass die auf Basis zahlreicher Funde rekonstruierten Speere und Waffenspitzen wesentlich höher entwickelt waren, als man gemeinhin angenommen hatte. "Die Jäger des Pleistozän hatten ein sehr umfassendes Verständnis für ihre Waffen", sagt Ben Fitzhugh, Koautor der Studie. "So benutzten sie etwa für unterschiedliche Beutetiere auch verschiedene Speerspitzen." Die neuen Erkenntnisse könnten unter anderem dabei helfen herauszufinden, warum manche große Säuger dieser Zeit ausgestorben sind, während andere Arten bis heute überlebt haben.

Foto: Janice Wood/University of Washington

"Baummann" in Bangladesch erlitt Rückfall

Die Hoffnungen des von einer schweren Hautkrankheit betroffenen Abul Bajandar in Bangladesch auf ein baldiges normales Leben haben sich nicht erfüllt: Zwölf Monate, nachdem Ärzte in Dhaka die letzten rindenartigen Wucherungen an Händen und Füßen von Abul Bajandar entfernt hatten (rechtes Bild), ist die Krankheit wieder zurück. Jetzt mussten die Spezialisten ihm in einer 25. Operation Warzen entfernen, die seine Hände von neuem bedecken (linkes Bild).

Der 28-jährige Bajandar wurde vor zwei Jahren weltweit in den Medien als "Baummann" bekannt. Er leidet an der extrem seltenen Epidermodysplasia verruciformis, die starke rindenähnliche Wucherungen verursacht. In einer aufwendigen Behandlung in der Universitätsklinik von Dhaka hatten die Ärzte die Hände und Füße des früheren Rikscha-Fahrers von insgesamt fünf Kilogramm überflüssigem Gewebe befreit.

Fotos: APA/AFP/SAM JAHAN - APA/AFP/MUNIR UZ ZAMAN

Wie schwarze Löcher den Kosmos formen

Neue Berechnungsmethoden haben Wissenschaftern zur bislang detailliertesten Simulation des Universums verholfen. Das innovative Werkzeug ermöglicht nicht nur Einsichten, wie Schwarze Löcher zur Verteilung von Dunkler Materie beitragen, es liefert auch Hinweise darauf, wie schwere Elemente im Kosmos verbreitet werden. Erste Ergebnisse des "IllustrisTNG"-Projekts wurden nun in drei Artikeln in der Fachzeitschrift "Monthly Notices of the Royal Astronomical Society" veröffentlicht. Sie sollen helfen, fundamentale Fragen der Kosmologie zu klären.

Mithilfe grundlegender physikalischer Gesetzmäßigkeiten zeigt die Simulation, wie sich unser Universum seit dem Urknall entwickelt hat. Einige der physikalischen Prozesse, die dabei eine Rolle spielen, wurden in "IllustrisTNG" überhaupt erstmals in einem derart umfangreichen Modell einbezogen. Für das Projekt nutzten die Forscher das Höchstleistungsrechenzentrum Stuttgart, den schnellsten deutschen Großrechner, der aktuell auf Platz 19 der Top 500 Supercomputer steht.

Foto: IllustrisTNG collaboration

Lebenspartner 2.0

Millionen von chinesischen Männern werden den kommenden Valentinstag wohl wieder einmal alleine verbringen müssen: Nach Angaben des nationalen Statistikbüros leben zwischen 30 und 60 Millionen mehr Männer als Frauen in China. Eine wachsende Anzahl von Roboterherstellern sieht in dieser Situation eine Chance, eine Menge Geld zu verdienen: Einer der Hauptakteure auf diesem Markt ist das in der Hafenstadt Dalian im Nordosten des Landes ansässige japanisch-chinesische Unternehmen Exdolls. Die Firma produziert nach eigenen Angaben gleichsam die "Lebenspartnerin 2.0", die abgesehen von den versprochenen Qualitäten als Bettgenossin noch so einiges mehr können soll.

Die nach jeweils persönlichen Vorlieben zusammengebaute Silikonfrau verfügt über unterschiedliche Gesichtsausdrücke, redet mit ihrem Besitzer, spielt ihm seine Lieblingsmusik vor und bedient sogar den Geschirrspüler. Dass derartige ab umgerechnet 500 Euro erhältliche Sexpuppen in Zukunft auch im Rest der Welt immer größere Bedeutung bekommen, daran hegen mittlerweile zahlreiche Forscher keinen Zweifel. Laut Kate Devlin von der University of London, die zu dem Phänomen Forschungen betreibt, käme da noch so einiges auf uns zu: "Diese Entwicklung wird sich nicht mehr aufhalten lassen", meint sie.

Foto: APA/AFP/FRED DUFOUR

Wie Skandinavien besiedelt wurde

Eine Antwort auf die Frage, wie und wann die ersten Menschen vor Jahrtausenden in das heutige Schweden eingewandert sind, liefern nun neueste DNA-Untersuchungen. Eine Gruppe um Johannes Krause vom Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte in Jena hat dafür die Erbanlagen von 38 Menschen analysiert, die etwa 7.500 bis 500 vor unserer Zeitrechnung in Nordeuropa gelebt haben. Wie der Archäogenetiker und seine Kollegen im Fachjournal "Nature Communications" berichten, ergaben die Untersuchungen, dass Skandinavien vermutlich vor 11.000 Jahren über zwei Routen besiedelt worden ist, und zwar über die nördliche Küstenroute sowie über Dänemark im Süden.

Die Wissenschafter entdeckten dabei auch Hinweise darauf, dass die ersten "Schweden" Erbinformationen in sich trugen, die sie von anatolischen Bauern geerbt hatten – also jenen Menschen, die die Landwirtschaft vor etwa 8.200 Jahren nach Europa gebracht haben. Während Ackerbau und Viehzucht sich in Zentraleuropa bereits vor etwa 7.000 Jahren etablieren konnten, blieben die frühen Skandinavier rund 2.000 länger bei ihrer Jäger- und Sammler-Lebensweise.

Foto: Alissa Mittnik/Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte

Chile vergrößert seine Schutzgebiete in Patagonien

Die chilenische Regierung hat die Fläche geschützter Naturparks in Patagonien bedeutend erweitert – auch dank der größten Landschenkungen in der Geschichte des Landes. Präsidentin Michelle Bachelet unterzeichnete am vergangenen Montag ein Dekret, mit dem sich die Zahl der Naturparks um mehr als ein Drittel erhöht. Dazu gehören auch Parks und Schutzareale, die einst dem 2015 verstorbenen US-Millionär und Umweltschützer Douglas Tompkins und seiner Frau Kristine McDivitt gehörten.

Insgesamt vergrößern sich die Schutzgebiete in Chile damit um 4,5 Millionen Hektar. Das Land erhofft sich dadurch auch zusätzlichen Schwung für den Tourismus. In den vergangenen vier Jahren besuchten rund zehn Millionen Menschen die Wildnis der Region Patagonien. An der Unterzeichnungszeremonie nahm auch McDivitt teil. Sie hatte dem chilenischen Staat im vergangenen Jahr mehr als 400.000 Hektar Land geschenkt. Ihr verstorbener Ehemann hatte 1964 die Sportbekleidungsmarke "The North Face" und einige Jahre später gemeinsam mit seiner Frau die Marke Esprit mitgegründet. Vor 25 Jahren ließ sich das Ehepaar im chilenischen Teil Patagoniens nieder.

Foto: AP//Esteban Felix

Rückblick auf dem Mars

Der Mars-Rover Curiosity hat sich seit seiner Landung im August 2012 ein veritables Stück den Hang des Mount Sharp (eigentlich Aeolis Mons) empor gearbeitet. Seine aktuelle Position, von den Nasa-Wissenschaftern "Vera Rubin Ridge" getauft, erlaubt einen malerischen Blick über die Ebene und den fernen nördlichen Rand des Einschlagkraters Gale, dessen Zentralberg der Mount Sharp darstellt. Und daran lässt uns nun der Roboter teilhaben: Die US-Raumfahrtbehörde hat eine Panoramaaufnahme aus 16 Einzelbildern der kargen Marslandschaft veröffentlicht, die Curiosity in den vergangenen fünf Jahren teilweise durchquert hat.

Insgesamt 18 Kilometer hat der Rover mittlerweile zurückgelegt, doch seine Reise ist noch lange nicht zuende. Obwohl der Roboter seine ursprünglich auf zwei Jahre angelegte Missionsdauer längst überschritten hat, soll Curiosity nach den Plänen der Nasa solange weiterforschen, wie die Technik mitspielt – die ist allerdings inzwischen schon etwas mitgenommen. Vor allem die Räder sind reichlich abgenutzt und auch die Bohrer zur Untersuchung von Gesteinsproben funktionieren nicht mehr so, wie sie sollten. Bisher konnten die Wissenschafter die Probleme aber stets lösen.

Foto: NASA/JPL-Caltech/MSSS

Vulkan Mayon: Wachsende Gefahr von Schlammlawinen

Der philippinische Vulkan Mayon auf der Insel Luzun kommt nicht zur Ruhe – im Gegenteil: Aktuell wächst die Gefahr katastrophaler Schlammlawinen. Fast 90.000 Anrainer wurden seit Beginn der Aktivitäten an dem 2.460 Meter hohen Berg in Sicherheit gebracht. Die Behörden warnten die Menschen in der Umgebung in den letzten Tagen dringend davor, das Sperrgebiet um den Vulkan zu betreten. Sie fürchten, dass der in dieser Jahreszeit häufig auftretende Starkregen Millionen Tonnen von Asche, Geröll und Lava in eine gefährliche Lawine verwandeln könnte. In der Nacht auf Dienstag spuckte der Mayon erneut Lava. Das staatliche Vulkaninstitut mahnte zur Vorsicht: "Der Öffentlichkeit wird dringend geraten, wachsam zu sein und die Gefahrenzone in einem Umkreis von acht Kilometern nicht zu betreten", erklärte das Institut.

Foto: AP/Bullit Marquez

Dino-Spuren auf Nasa-Parkplatz

Normalerweise beschäftigt sich die Arbeit am Goddard Space Flight Center in Greenbelt, Maryland, mit der Zukunft. Nun aber gewährt ein spektakulärer Fund bei einem Parkplatz auf dem Gelände der Nasa-Einrichtung einen Blick in die ferne Vergangenheit der Erde: Der Hobby-Paläontologe Ray Stanford, Ehemann einer Mitarbeiterin des Forschungszentrums, entdeckte 2012 auf einem Sandsteinbrocken durch Zufall den Fußabdruck eines großen Dinosauriers. Mittlerweile konnte der zwei Mal einen Meter große Felsen freigelegt und näher analysiert werden – und er offenbarte eine gewaltige Fundgrube an über 100 Millionen Jahre alten Spuren. Insgesamt fanden Wissenschafter darauf 70 Fähren von acht unterschiedlichen Spezies. Die kleinsten stammen von frühen Hörnchen-ähnlichen Säugetieren, die größten waren von einer gewaltigen Ankylosaurier-Art hinterlassen worden.

Foto: Nasa

Bewegung von Satellitengalaxien gibt Rätsel auf

Große Galaxien wie unsere Milchstraße besitzen meist zahlreiche kleine galaktische Begleiter. Bisher nahmen Astronomen an, dass diese Zwerggalaxien in gänzlich zufälligen Orbits ihre Muttergalaxien umschwirren. Das zumindest haben Simulationen ergeben, die auf aktuell gültigen kosmologischen Theorien beruhen. Beobachtungen der Milchstraße und der Andromedagalaxie widersprechen jedoch dem Modell: Vor wenigen Jahren entdeckten Astronomen dort Satellitengalaxien, die auf scheibenförmigen Ebenen um die großen Sterneninseln angeordnet sind und sich gemeinsam im gleichen Drehsinn bewegen. Verfechter des Standardmodells haben diese Strukturen als Einzelfälle interpretiert.

Nun aber stellte ein Team um Oliver Müller von der Universität Basel bei Beobachtungen der Radiogalaxie Centaurus A (im Bild) in rund 13 Millionen Lichtjahren Entfernung ein ebensolches Phänomen fest: 14 von 16 Satellitengalaxien von Centaurus A folgen einem gemeinsamen Bewegungsmuster und rotieren innerhalb der Ebene um die Hauptgalaxie. Gemäß der Modellsimulationen mit dunkler Materie dürfte sich aber höchstens ein halbes Prozent der Satellitensysteme im nahen Universum so verhalten.

Mit dem kosmologischen Standardmodell kann die Entstehung solcher Strukturen nach Meinung der Wissenschafter also nicht erklärt werden, wie sie im Fachjournal "Science" berichten. Die Resultate untermauern vielmehr die Vermutung, dass Satellitengalaxien bei der Kollision zweier Galaxien entstanden sind und keine dunkle Materie enthalten.

Foto: ESO

Seltsames oranges Krokodil als Beginn einer neuen Art

Im Unterschied zu Vögeln und Reptilien, mit denen sie nahe verwandt sind, kommen Krokodile farblich in der Regel eher einförmig daher. Grau-, Grün- und Brauntöne sind die vorherrschenden Schuppenschattierungen. Eine vergleichsweise bunte Ausnahme bildet jedoch ein Zwergkrokodil, das in Höhlen im westafrikanischen Staat Gabun zu finden ist. Ein internationales Team von Biologen hat nun Hinweise darauf gefunden, dass diese Krokodile gerade dabei sind, sich als eigenständige Spezies von den Gerade-noch-Artgenossen abzuspalten. Die eigentümliche Variante wurde 2008 in den Abanda-Höhlen entdeckt.

Kurz darauf fanden Wissenschafter ein älteres Exemplar mit auffälliger Orangetönung, die auf den von Fledermauskot verursachten hohen Säuregehalt im Wasser zurückgeht. Doch es war nicht die Farbe, die die Biologen in Aufregung versetzte. Sie stellten vielmehr fest, dass das Tier sich deutlich von anderen Exemplaren unterschied, die außerhalb der Höhlen lebten, und sich auch anders ernährte. Ein DNA-Vergleich zwischen den Höhlen-Krokodilen und jenen außerhalb der Grotten untermauerte den Verdacht, dass hier tatsächlich eine neue Spezies im Werden begriffen ist.

Foto: abanda-expedition.org

Zoowelt

Nachdem Ende vergangener Woche eine Horde von Pavianen ausgebrochen war, musste der Pariser Zoo vorübergehend evakuiert werden. Die Affen waren bis auf zunächst drei Tiere schnell wieder eingefangen worden. Schließlich konnten auch die alte Paviandame, ein junges Weibchen und ein Jungtier wieder in ihr Gehege zurück gebracht werden. Am Freitag Vormittag hatte ein Wärter des Zoo de Vincennes einen der ausgebrochenen Paviane in einem Personaltrakt des Tierparks entdeckt. Daraufhin sei der Notfallplan für solche Vorkommnisse in Kraft getreten. Rund 60 Feuerwehrleute und etwa 20 Polizisten eilten zu dem Zoo am Ostrand der französischen Hauptstadt. Die Besucher hätten den Tierpark verlassen müssen, auch wenn die Paviane "niemals" in den Besucherbereich gelangt seien, erklärte das Naturkundemuseum als Betreiber des Zoos. Paviane haben ein kräftiges Gebiss und können Menschen bei einem Angriff durchaus schwere Verletzungen zufügen. (tberg, red, 4.2.2018)

Foto: REUTERS/Mal Langsdon