Wellington – Neuseeland leidet unter einer Hitzewelle. In dem Pazifikstaat auf der anderen Seite der Erdkugel, wo gerade Hochsommer ist, wurde am Dienstag eine Höchsttemperatur von 37,6 Grad Celsius gemessen.

Nach Angaben des Nationalen Instituts für Studien über Wasser und Atmosphäre (NIWA) war dies der heißeste Jänner-Tag seit eineinhalb Jahrzehnten. Viele Neuseeländer flüchteten an Seen und an den Strand. In zahlreichen Geschäften waren Ventilatoren ausverkauft. Normalerweise bewegen sich die Temperaturen auch im neuseeländischen Sommer eher zwischen 20 und 25 Grad.

"Zum ersten Mal ein Bad"

Besonders betroffen ist die Südinsel. Wegen der Hitze gingen in Alexandria die beiden Schwestern Lulu Raukawa (69) und Maria O'Neill (72) zum ersten Mal überhaupt zum Baden in den Fluss Clutha, der durch die Stadt fließt. "Wir leben hier seit 1964", berichtete die Jüngere der beiden. "Die Hitze hat uns dazu gebracht, dass wir heute zum ersten Mal ein Bad nehmen. Normalerweise stehen wir nur am Rand und schauen zu."

Vermutet wird, dass die Hitzewelle mit dem Klimawandel zusammenhängt. Der Klima-Experte Jim Salinger sagte der Tageszeitung "Otago Daily Times", vermutlich werde dieser Jänner als der heißeste Jänner seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1867 in die Geschichte eingehen. Im Durchschnitt werde die Temperatur wahrscheinlich um 3,1 Grad über dem statistischen Mittel liegen.

Allerdings ist Linderung in Sicht: Mit der Ankunft eines Tropensturms namens "Fehi" soll die Hitzewelle am Donnerstag zu Ende gehen. (APA, 30.1.2018)