Messenger Kids richtet sich an Sechs- bis Zwölfjährige

Foto: AP/Facebook

Bleibt von meinen Kindern weg": Diese drastischen Worte richtete der britische Gesundheitsminister Jeremy Hunt an Facebook. Die Entscheidung des IT-Konzerns, eine neue App für Kinder herauszubringen, sorgte nicht nur bei Hunt für Ärger. In dieselbe Kerbe schlagen nun 97 Gesundheitsexperten, die einen offenen Brief an Facebook-Chef Mark Zuckerberg verfasst haben. Sie argumentieren darin, dass "das Großziehen von Kindern in der digitalen Ära schwierig genug" sei. Facebook solle seine "enorme Reichweite und seinen großen Einfluss nicht dazu nutzen, dies noch schwieriger zu machen".

"Gruppendruck"

Die Experten verweisen etwa auf eine Studie der San Diego State University, die herausfand, dass Jugendliche mit geringerer Smartphone-Nutzung tendenziell glücklicher sind. Facebooks Messenger Kids erzeuge selbst bei Sicherheitsvorkehrungen "einen Gruppendruck auf Kinder, ihr erstes Social Meda-Konto anzumelden". Facebook selbst sagt, dass das erste Feedback von Eltern sehr positiv sei. Verwandte könnten nun besser miteinander in Kontakt bleiben.

Aus statt Verbesserungen

Die 97 Gesundheits- und Erziehungsexperten fordern von Facebook ein komplettes Aus für die App. "Kinder sind einfach nicht bereit, Social Media-Accounts zu haben", heißt es in dem Brief. In den vergangenen Monaten hatte eine Reihe von ehemaligen Mitarbeitern und Investoren von Facebook vor den negativen Auswirkungen des sozialen Netzwerks gewarnt. (red, 30.1.2018)