Hinter dem Hackerangriff auf die japanische Kryptobörse Coincheck im Jänner könnte nach Einschätzung des südkoreanischen Geheimdienstes Nordkorea stecken. Darüber seien Abgeordnete des südkoreanischen Parlamentes informiert worden, erfuhr Reuters am Dienstag von zwei Personen, die mit dem Thema vertraut sind. Beweise habe der Geheimdienst aber nicht vorgelegt.

Ziel

Er gehe davon aus, dass der Kryptomarkt wegen seiner Größe und der laxen Regulierung ein mögliches Ziel für nordkoreanische Hacker bleibe. Zuvor hatten örtliche Medien berichtet, der Geheimdienst habe Mitglieder des Geheimdienstausschusses des Parlamentes in Seoul informiert, dass er einen Hackerangriff aus Nordkorea für möglich halte.

Größter Diebstahl dieser Art

Im Jänner hatten Hacker Coins der Cyber-Devise Nem im Volumen von 534 Mio. Dollar (429,26 Mio. Euro) erbeutet. Der Diebstahl ist einer der größten dieser Art. Als Konsequenz verlangte die japanische Finanzaufsicht FSA, dass Coincheck binnen zweier Wochen einen Bericht darüber vorlegt und Maßnahmen ergreift, um einen ähnlichen Raub in Zukunft zu verhindern.

WannaCry

Die Berichte befeuerten Spekulationen, die Führung in der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang könnte erneut Cyberattacken starten. Die USA werfen dem weitgehend isolierten Land vor, hinter dem WannaCry-Angriff zu stecken, der im vergangenen Jahr weltweit Krankenhäuser, Banken und andere Firmen beeinträchtigt hatte. (APA, 6.2.2018)