Die EU-Wettbewerbshüter wollen die Übernahme der App Shazam durch den US-Konzern Apple unter die Lupe nehmen. Vorbehaltlich des Ergebnisses einer umfassenden Prüfung sei sie der Auffassung, dass die Fusion erhebliche negative Auswirkungen auf den Wettbewerb in Europa haben könnte, teilte die EU-Kommission am Dienstag in Brüssel mit. Apple müsse die Übernahme nun zur Genehmigung anmelden.

Die Musik-Erkennungs-App Shazam kann über den Zugriff auf die Mikrofone eines Smartphones den Namen des Liedes anzeigen, das gerade in der Umgebung gespielt wird. Dafür wird die Aufnahme mit einer Datenbank aus allen möglichen Musiktiteln auf den Shazam-Servern abgeglichen.

Österreich gab Fall an Brüssel ab

Nach Angaben der EU-Kommission lag die Übernahme unter den nach EU-Recht geltenden Umsatz-Schwellenwerten. Die EU-Wettbewerbshüter sind bei Firmenzusammenschlüssen unter anderem zuständig, wenn der weltweite Umsatz aller Beteiligten zusammen mindestens fünf Milliarden Euro beträgt und zumindest zwei der beteiligten Firmen in der EU einen Umsatz von jeweils 250 Millionen Euro aufweisen.

Der EU-Kommission zufolge hatte Apple das Vorhaben zur Genehmigung in Österreich angemeldet, wo es den nationalen Anmelde-Schwellenwert erreichte. Österreich verwies den Fall daraufhin an Brüssel. Eine ganze Reihe von Ländern, darunter Frankreich und Schweden, schlossen sich dem Antrag an.

Songerkennung am Smartphone

Shazam ist eine Smartphone-App, die Lieder erkennt, das Unternehmen existiert bereits seit 1999. Apple gab den Kauf Mitte Dezember bekannt, nannte aber keinen Preis. Laut Internet-Nachrichtenseite Techcrunch will der iPhone-Hersteller bis zu 400 Millionen Dollar für Shazam auf den Tisch legen. (Reuters, 06.02.2018)