Techniker wurden angeblich dafür bezahlt, dem FBI verdächtige Fotos zu schicken.

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Best Buy verkauft Elektrogeräte in den USA, Kanada und Mexiko. Zusätzlich bieten sie einen Reparaturservice an.

Techniker der Elektroktronik-Kette Best Buy sollen jahrelang Kunden ausspioniert haben. Das zeigte sich durch eine Initiative der Electronic Frontier Foundation. Sie forderte offizielle Dokumente ein, nachdem ein Doktor aufgrund eines Fotos angezeigt wurde. Diese zeigen, dass Reparatur-Techniker der Firma Best Buy über zehn Jahre lang illegale Fotos an das FBI gegen Bezahlung meldeten.

Fokus auf Reparatur

Das amerikanische Unternehmen Best Buy verkauft Elektrogeräte innerhalb der USA, Kanada und Mexiko. Mit dem Aufkauf der Firma Geek Squad im Jahr 2002 erweiterte sich der Service auch in Richtung Reparatur und Wiederherstellung von verlorenen Daten.

Ein Techniker entdeckte beim aktuellen Fall das Foto eines nackten Kindes auf einem Rechner, das meldete er dem FBI. Anscheinend soll der Best Buy-Mitarbeiter dafür 500 Dollar (ca. 400 Euro) bekommen haben.

Nun wurde klar, dass Best Buy-Mitarbeiter dem FBI über zehn Jahre lang Informationen gegen Bezahlung zugespielt haben. Für die Organisation EFF ist das eine Umgehung des vierten Zusatzartikels der Verfassung der Vereinigten Staaten.

Was bedeutet das?

Die US-Gerichte erläutern die Interpretation des 4. Zusatzartikel wie folgt: Auf der einen Seite wird dadurch eine Person vor Durchsuchungen geschützt, auf der anderen Seite erlaubt der Zusatzartikel dem Staat, diese dennoch durchzuführen, wenn es um die öffentliche Sicherheit geht. Dabei müsste jedoch ein Grund gegen die Person vorliegen, damit ein Durchsuchungsbefehl genehmigt werden kann.

Über Daten gestolpert bei Reparatur

Laut dem Unternehmen Best Buy stolpern ihre Arbeiter im Zuge der Kontrolle, ob alle Daten wiederhergestellt wurden, auf die besagten Fotos. Die Meldung sieht das Unternehmen als Verpflichtung.

Die Washington Post untersuchte die rechtliche Situation in einem Artikel aufgrund der strafrechtlichen Verfolgung des Arztes. Demnach ist die Durchsuchung von einem Techniker von Best Buy im Rahmen einer Reparatur erlaubt, da es der Kunde genehmigt hat. Wenn die Angestellten jedoch im Auftrag des Staats arbeiten, dann muss dafür ein Durchsuchungsbefehl erstellt werden.

Bei Bezahlung: Durchsuchungsbefehl

Der entscheidende Punkt scheint jedoch die Bezahlung zu sein. Wenn hinter dem Fund eine monetäre Belohnung steckt, könnte das die Reparateure dazu verleiten, aktiv zu suchen.

Die Anklage gegen den Arzt in Kalifornien wurde fallen gelassen, nachdem ein Richter urteilte, dass ein gemeldetes Foto nicht Beweis genug sei. Gleichzeitig disqualifizierte er das besagte Bild, da es nicht auf sexuellen Kindesmissbrauch hindeute.

Auf Anfrage des EFF, ob das FBI auch mit anderen Reparatur-Unternehmen zusammenarbeite, wollte die Sicherheitsbehörde sich dazu nicht äußern. (sem, 08.03.2018)