Lepus timidus, der Schneehase, ist an das Leben im Hochgebirge angepasst. Aufgrund steigender Temperaturen kann er die Körpertemperatur nicht mehr so gut regulieren wie in früheren Jahren.

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Wien – Durch den Klimawandel schrumpfen die Lebensräume von Schneehasen und werden stärker zerstückelt. Das zeigen Modellrechnungen für die Schweizer Alpen, die Wissenschafter aus der Schweiz und Österreich im Fachjournal "Global Change Biology" veröffentlicht haben. Die Art sei dadurch zunehmend gefährdet, warnen die Forscher.

An die Höhe angepasst

Schneehasen (Lepus timidus) sind an das Leben im Hochgebirge angepasst. Steigen die Temperaturen, können die Tiere ihre Körpertemperatur nicht so gut regulieren wie wärmeliebende Arten. Allerdings können sie nur in begrenztem Maß in höhergelegene, kühlere Gefilde ausweichen.

Wie sich der Klimawandel auf die Verbreitung der Art auswirken wird, untersuchten die Wissenschafter anhand von mehr als 1.000 Nachweisen der Tiere aus den Jahren 1990 bis 2013. Den Modellrechnungen zufolge dürfte die Fläche an geeignetem Lebensraum für den Schneehasen in der Schweiz bis 2100 im Mittel um ein Drittel schrumpfen, vor allem aufgrund der steigenden Temperaturen während der Fortpflanzungszeit.

Weniger vernetzte Schneehasen

Die Situation wird durch eine stärkere Zerstückelung des Lebensraums allerdings noch verschärft. Die einzelnen Bestände seien dadurch weniger gut vernetzt, was zur genetischen Verarmung führen könnte, berichten die Wissenschafter um Maik Rehnus von der Schweizerischen Bundesforschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL), der seine Doktorarbeit über den Schneehasen am Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft der Universität für Bodenkultur (Boku) Wien verfasst hat.

"Mit dem Verlust und der steigenden Zerstückelung der Lebensräume ist die Art zunehmend gefährdet", sagte Rehnus in einer aktuellen Aussendung der Universität. Die Autoren identifizierten in der Studie die wichtigsten Lebensräume für Schneehasen für die Zukunft, die für die Vernetzung einzelner Populationen und den Schutz der Art entscheidend sind. Zudem empfehlen die Forscher, alpenweit ein Schneehasen-Monitoring einzurichten. (APA, red, 14.3.2018)