Islamabad – Mehr als zehn Jahre nach Beginn der Bauarbeiten ist der neue internationale Flughafen der pakistanischen Hauptstadt Islamabad so gut wie fertig. Pakistans Ministerpräsident Shahid Khaqan Abbasi werde ihn am 20. April mit mehr als 500 Gästen feierlich einweihen, sagte ein Sprecher der Flugverkehrsbehörde am Dienstag.

Damit wird Islamabads Flughafen schneller fertig als Berlins katastrophengeplagter Airport Berlin-Brandenburg (BER), der sieben Monate früher begonnen wurde und im Herbst 2020 eröffnet werden soll.

Die Bauarbeiten an Islamabads Flughafen waren ähnlich krisengeplagt wie die am BER. Mehrere Fertigstellungsdaten wurden verpasst. Es gab Vorwürfe des Missmanagements und der Korruption. Auch die Kosten übertrafen die ersten Planungen weit. Vor mehr als zehn Jahren hatte der Flughafen 311 Mio. Dollar kosten sollen – heute seien es um die 700 Mio. Dollar (568 Mio. Euro), sagte der Sprecher.

Neun Millionen Passagiere pro Jahr

Islamabad hat bisher keinen Flughafen von internationalem Standard. Der derzeitige ist Teil einer Luftwaffenbasis und hat nur eine Start- und Landebahn. Es gibt eine kleine Wartehalle ohne Duty-Free-Einkaufsmöglichkeiten und mit einem Fast-food-Restaurant, dessen Küche am anderen Ende des Flughafens liegt.

Der neue Flughafen soll sich über 4.300 Hektar erstrecken und pro Jahr neun Millionen Passagiere abfertigen. Er ist damit um einiges kleiner als der BER, der mit 22 Millionen Passagieren pro Jahr an den Start gehen soll. Auf den zwei neuen Landebahnen in Islamabad soll auch der Riesenjet A380 landen können. Es gibt Parkplätze für 28 Flugzeuge, 80 Check-in-Schalter für internationale Flüge und 32 für Inlandsflüge. (APA, dpa, 3.4.2018)