Facebook kann theoretisch unter iOS sämtliche Nachrichten bei WhatsApp mitlesen. Möglich macht dies, dass beide Applikationen vom selben Anbieter stammen.

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Ein Entwickler warnt davor, dass Facebook unter iOS theoretisch mitlesen kann, was Nutzer über WhatsApp schreiben – trotz Verschlüsselung. Möglich macht dies die Tatsache, dass beide Applikationen vom selben Anbieter stammen. Die Warnung geht auf Gregorio Zanon zurück, der selber Software für iOS, macOS und Windows entwickelt. Er behauptet, dass Facebook einfach eine Funktion integrieren könnte, die die lokal entschlüsselte Datenbank einfach weitergibt.

Sandboxing unterbindet dies normalerweise

Zanon betont allerdings, dass dies nur Theorie ist. Ob Facebook nun bereits auf die Datenbanken zurückgreift, kann er nicht verifizieren. Bei iOS ist ein Zugriff von einer Applikation auf die andere normalerweise durch Sandboxing unterbunden. Stammen diese allerdings von einem Entwickler, ist dies möglich – gemeinsam können sie auf einen Ordner zurückgreifen. Bei den Applikationen gibt es bereits solch einen seit der Übernahme von WhatsApp durch Facebook.

Wie die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bei WhatsApp funktioniert.
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Inhalte der Nachrichten, Zeit und Telefondaten

Bei dem Messenger-Dienst wird eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung eingesetzt. Wie Heise.de hinweist wird dann auf den Apple-Mobilgeräten wieder entschlüsselt – bei einem entsperrten iPhone kann auf die gesamte Datenbank im Klartext zugegriffen werden. In dieser sind Telefondaten, Namen, Zeitmarkierungen sowie der Inhalt der Nachrichten enthalten. Auf diese Datenbank könnte Facebook theoretisch zugreifen.

Falsche Sicherheit vorgetäuscht

Zanon sagt, dass das Unternehmen von Marc Zuckerberg durch die Betonung auf die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung die WhatsApp-Nutzer in falscher Sicherheit wiegt. Aktuell sind viele kritische Augen im Zuge des Datenskandals rund um Cambridge Analytica auf Facebook gerichtet. Wer auf WhatsApp verzichten will, kann übrigens auf den Messenger Signal setzen – dieser wird von NSA-Whistleblower Edward Snowden empfohlen und genutzt. (red, 13.04.2018)