Laut Organisatoren gingen am Samstag erneut zehntausende Menschen in Ungarn für Demokratie und Pressefreiheit auf die Straße.

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Ein Lichtermeer gegen Orbán in Ungarns Hauptstadt Budapest.

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Budapest – Unter dem Motto "Wir sind die Mehrheit" haben am Samstag in Budapest große Massen gegen die Regierung des rechtskonservativen Premiers Viktor Orban demonstriert. Laut Organisatoren sollen es Zehntausende gewesen sein, die für Demokratie und Pressefreiheit auf die Straße gingen. Bereits am vergangenen Samstag hatte unter dem gleichen Motto eine Protestaktion stattgefunden.

Im Demonstrationszug wehten ungarische Nationalflaggen und EU-Fahnen, wurden Transparente getragen mit der Aufschrift "Stopp Orban" und "Orban ist der Hirte der Schafe – wir sind die hungrigen Wölfe". Auch Vertreter der ungarischen Oppositionsparteien nahmen an der Demonstration teil, auf der immer wieder gefordert wurde: Orban hau ab! Auf der Protestaktion ergriff auch der Bürgermeister der südostungarischen Stadt Hodmezövasarhely, Peter Marki-Zay das Wort. Diesen Posten hatte Marki-Zay bei einer Nachwahl durch den Zusammenschluss der Opposition gegen den Kandidaten der Regierungspartei Fidesz gewonnen.

Opposition gefragt

Marki-Zay bezeichnet die Forderung nach Neuwahlen in Ungarn, bei der Orban eine Zwei-Drittel-Mehrheit gewann, als "irreal". Viel mehr müsse eine neue Opposition aufgebaut werden. "Wir müssen uns zusammenschließen, gemeinsam auftreten gegen Korruption und Einschüchterung". Marki-Zay erklärte, "es wird eine neue Opposition geben, Ihr seid die neue Opposition, denn keine Partei hat hunderttausend Mitglieder". Die Geschichte hätte bewiesen, dass kein System der Unterdrückung ewig bestehen kann". Dabei sei nicht sicher, ob zum Sturz des Systems vier Jahre bis zu den kommenden Wahlen benötigt werden. Nur mit Zusammenschluss der ganzen Nation könne die Orban-Regierung abgewählt werden. Gewalt solle Fidesz überlassen werden, "denn unser Weg ist der Frieden", erklärte Maki-Zay.

Mit den Rufen "Wir machen weiter" wurde die Demonstration beendet. Zugleich wurde eine neue Protestaktion für den 8. Mai angekündigt. An diesem Tag findet die konstituierende Sitzung des neuen Parlaments statt. (APA, 22.4.2018)