Es ist das neue Spitzengerät der iPhone-Reihe, doch bei den Verkäufen liegt das X deutlich unter den Erwartungen der Analysten.

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Mit viel Fanfare präsentierte Apple im September mit dem iPhone X ein neues Spitzenhandy. Für "Randlosdesign", Face-ID und die anderen Features müssen Kunden allerdings auch einen bislang unerreichten Preis für Consumer-Smartphones bezahlen.

Die treuen Kunden des Herstellers haben derlei Preiserhöhungen bislang mitgetragen. Mit dem iPhone X sollte die Marge noch einmal verbessert werden. Der Plan scheint allerdings nicht aufzugehen. Das spiegelt sich nun auch im Börsenwert des Herstellers wider.

Talfahrt seit November

In einer Woche hat die Apple-Aktie rund sieben Prozent an Wert verloren. Umgerechnet bedeutet das einen Wertverfall um 65 Milliarden US-Dollar auf den niedrigsten Stand seit Monatsanfang. Nun sind auch größere Schwankungen beim Kurs des Unternehmens keine Seltenheit, im Februar gab es kurzfristig eine noch stärkere Talfahrt.

Der Trend weist jedoch nach unten. Im November, als das iPhone X offiziell erhältlich wurde, erreichte die Aktie einen neuen Rekordwert von 152 Euro, seitdem ist sie stetig gesunken. Die Gründe liegen laut Meedia in mangelndem Vertrauen von Banken und Analysten in das iPhone X, das absatztechnisch offenbar klar unter den hohen Erwartungen liegt. Nach anfänglichen Meldungen über hohes Interesse kehrte angesichts der tatsächlichen Verkaufszahlen zunehmend Ernüchterung ein.

Viele Nutzer zufrieden mit älterem Modell

Der Grund liegt laut einer Studie der Investmentbank Piper Jaffray darin, dass viele iPhone-Besitzer – 40 Prozent – mit ihren aktuellen Geräten nach wie vor zufrieden sind und daher wenig Bereitschaft zeigen, sich das neue Spitzenmodell zuzulegen.

Die Prognosen für das iPhone X wurden dementsprechend in den letzten Monaten immer niedriger angesetzt. Schwache Zahlen von Apple-Zulieferer Taiwan Semiconductor, der diese relativ unverblümt mit mangelnder Nachfrage nach dem iPhone X begründet, tragen das Ihre zu nun weiteren Korrekturen nach unten bei.

"Das iPhone X ist tot"

Statt über 40 Millionen rechnet man bei Morgan Stanley etwa nur noch mit 34 Millionen iPhone-Verkäufen. Was immer noch nach sehr viel klingt, ist ein Einbruch um zehn Prozent auf das Niveau von 2013. Noch dramatischer formuliert es Neil Campling von Mirabaud gegenüber CNBC, der das iPhone X für "tot" erklärt.

Dementsprechend könnte die Karriere des Handys recht kurz werden. Campling und andere Analysten gehen mittlerweile davon aus, dass Apple das iPhone X völlig auslaufen lassen wird, wenn im Spätsommer die nächste Generation an Apple-Smartphones erscheint. Üblicherweise bietet Apple auch noch Handys der letzten beiden Generationen weiterhin zum Verkauf an – aktuell etwa das iPhone 7 und das 6s. (red, 23.4.2018)